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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 16:39 Uhr

Firma Nissen widerspricht der Kritik : „Das ist ein tolles Kiesgebiet“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abbau-Unternehmen Nissen aus Lohe-Föhrden will den Rohstoff spätestens 2017 auf umstrittenem Gebiet im Brekendorfer Norden fördern

„Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Bernhard Zimmermann von der Firma Nissen aus Lohe-Föhrden zum Kies-Abbau im Norden Brekendorfs. Trotz einer Beschwerde der Gemeinde beim Oberverwaltungsgericht sieht er die Voraussetzungen geschaffen: „Wir könnten jederzeit anfangen.“ Zimmermann erwartet einen großen Ertrag und verweist darauf, dass die Firmen-Vorkommen des Rohstoffes endlich sind. Den Gegnern verspricht er, dass sie es mit einem redlichen Unternehmen zu tun haben. „Wir sind keine Kies-Cowboys.“

So lange musste das Unternehmen wohl noch nie warten, um mit dem Abbau zu beginnen. Vom Kauf einer Fläche bis zum Start der Arbeiten vergeht Zimmermann zufolge üblicherweise ein Jahr. Bei dem Brekendorfer Kies-Vorkommen sind es inzwischen vier Jahre. Hintergrund ist der Widerstand in der Gemeinde (wir berichteten). Eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss und der Gang vor das Verwaltungsgericht gegen den Sofortvollzug des Beschlusses waren erfolglos. Nun hat die Gemeinde Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingereicht. Am Donnerstag sei die Begründung nachgeliefert worden, so Bürgermeister Gerhard Guthardt auf Zeitungsnachfrage. Bernhard Zimmermann fehlt dafür das Verständnis. „Wie oft muss man Recht bekommen, um auch Recht zu haben?“, fragt er. Alle Argumente der Kritiker seien sachlich entkräftet worden. Der Firma Nissen sei an einem guten Miteinander gelegen. Das beweise das Unternehmen an seinen anderen Standorten in Alt Duvenstedt und in Fockbek. Der Mittelständler mit 40 Mitarbeitern sei seit 70 Jahren im Geschäft. Das solle auch so bleiben, deshalb müsse für die Zukunft geplant werden. „Irgendwann gehen unsere Vorkommen zur Neige, dann sind wir gezwungen, auf die Brekendorfer Fläche zuzugreifen.“

Auf den zehn Hektar soll zehn Jahre lang abgebaut werden. Zimmermann zufolge handelt es sich um ein sehr wirtschaftliches Vorkommen. „Qualität und Anteil der Körnung sind gut. Das ist ein tolles Kiesgebiet“, sagt er. Von Körnung wird gesprochen, wenn der Durchmesser der Steine mindestens zwei Millimeter beträgt. Die Größe ist nötig, um Beton herzustellen.

Bis jetzt hat die Firma nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Million Euro in das Projekt gesteckt, ohne daran verdient zu haben. Deshalb sollen die Bagger möglichst bald rollen. Realistisch betrachtet werde der erste Laster frühestens 2017 mit Kies befüllt werden können, schätzt Zimmermann. Bis dahin seien viele Vorarbeiten nötig, etwa den Mutterboden abzutragen und ein Durchfahrtbecken aus Beton an der künftigen Ausfahrt zu bauen. Zuerst kommt jedoch die Zufahrtsstraße an die Reihe. Sie soll jetzt nach einer längeren trockenen Phase gebaut werden. „Wir sind nie irgendwo durchs Land gepflügt“, sagt Zimmermann mit Blick auf die Kritik, dass der Abbau Dreck auf den Straßen sowie Staub und Lärm im Dorf verursache. Keine Maschine im Unternehmen sei älter als sechs Jahre. „Ein moderner Radlader ist heute leiser als ein Auto.“ Zudem werden selbstreinigende Reifen verwendet, deren Profile den Dreck schnell wieder fallen lassen, also nicht weit aus der Kiesgrube tragen. „Wir wollen das Material aus dem kostbaren Vorkommen nicht verschleudern. Wir produzieren nur so viel, wie wir brauchen.“ Deshalb entstehen im Brekendorfer Norden auch keine Sand-Halden. Das sei auch auf den anderen Abbau-Flächen so. Wer wolle, könne sich davon überzeugen und mit der Firma in Kontakt treten. „Wir haben nichts zu verbergen.“ Nach zehn Jahren hinterlasse die Firma eine landschaftlich geplante Naturfläche mit einem See.

Bürgermeister Guthardt und viele Brekendorfer wollen nicht, dass es so weit kommt. „Die Aussichten der Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht sind gut. Wir fühlen uns in unseren Rechten verletzt“, sagt Guthardt. Wenn er Erfolg hat, muss Nissen die Fläche in den ursprünglichen Zustand versetzen. Dafür ist er kämpferisch: „Das sind wir unseren Bürgern schuldig.“

Tino Sieg von der Initiative gegen den Abbau referiert am Dienstag, 12. Juli, um 18.30 Uhr im Kreishaus an der Kaiserstraße 8 in Rendsburg bei der SPD-Veranstaltung „Kiesvorkommen im Kreis – wie viel Abbau geht noch?“.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 06:52 Uhr

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