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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 07:20 Uhr

Hippotherapie : Das Glück auf dem Rücken der Pferde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf dem Reiterhof Tramm verbessern Menschen mit der Nervenkrankheit Multiple Sklerose durch die Hippotherapie ihre Bewegungsfähigkeit.

Damp | Multiple Sklerose (MS) stellt für viele Menschen eine Horrordiagnose dar. Die chronische Entzündung des zentralen Nervensystems ist nicht heilbar und verschlechtert im Laufe der Zeit die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen. 1981 gründete sich die MS-Gruppe Eckernförde, um Betroffenen zu helfen und sie zu unterstützen, denn eins ist für die Mitglieder klar: Aufgeben ist keine Option. Mit verschiedensten Therapiemöglichkeiten wird den Betroffenen geholfen. Eine davon ist die sogenannte Hippotherapie.

Dabei werden verschiedene Übungen auf dem Rücken eines speziell ausgebildeten Pferdes durchgeführt. „Die Bewegung und Wärme des Pferdes stimulieren die Muskulatur der Patienten. Ihre Bewegungsfähigkeit wird dadurch deutlich gesteigert“, erklärt Maren Tramm vom Reiterhof Tramm, die die Therapie durchführt. Die ausgebildete Physiotherapeutin geht dabei auf jeden Patienten einzeln ein und arbeitet ein Programm aus, das dem persönlichen Wohlbefinden dienen soll. Auch die Rückenmuskulatur wird durch die rhythmische Bewegung des Pferdes gestärkt. Allerdings muss eine Restbewegungsfähigkeit vorhanden sein, ansonsten kann das Pferd nicht bestiegen werden.

Maren Tramm arbeitet seit 26 Jahren mit der MS-Gruppe Eckernförde zusammen. Immer in den warmen Monaten kommen die Patienten auf den Hof und reiten dort auf dem Therapiepferd „Mirko“. Der Norweger-Hengst bietet den Patienten ein Stück Normalität in ihrem Leben. Die 20 Minuten, die jeder Patient einmal pro Woche auf dem Rücken verbringen darf, dienen nicht nur dazu, dass der Mensch an seiner Gesundheit arbeitet, sie leisten auch ihren Dienst für die Seele. „Mirko ist für mich der König von Damp“, sagte Anita Leddin-Götz und streichelte den Hengst liebevoll.

Begleitet wird jeder Patient von drei Helfern: die Krankengymnastin Maren Tramm, die Übungen vorgibt, welche die Patienten auf dem Pferd nachmachen sollen; eine Führerin, die die Zügel hält; und eine weitere Helferin, für den Fall, dass der Patient ins Rutschen kommt. „Wir merken, dass sich das Bewegungsbild der Patienten durch die Therapie deutlich verbessert“, sagt Maren Tramm. Die Patienten zeigen sich äußerst dankbar für das Angebot. So bekommt „Mirko“ jede Woche ein Fresspaket im Austausch für seine Hilfe. „Mirko ist außerordentlich gutmütig, und das merken die Leute“, sagt Maren Tramm. Was die Therapeutin sehr begeistert, ist das Erinnern der Patienten. Nach dem Winter kämen viele wieder und bewegten sich auf dem Pferd, als habe es die mehrmonatige Pause nie gegeben.

Im Anschluss an die Behandlung wird noch gemeinsam Kaffee getrunken und ausführlich getratscht. So bekommen die Patienten einmal pro Woche einen ganz normalen Tag geboten. Im nächsten Sommer soll das Angebot erneut angeboten werden.

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