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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 09:01 Uhr

Das Geld fließt reichlich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Altenpflegerin bestreitet Vorwurf des Betrugs an alter Dame

Im Betrugsverfahren gegen eine Altenpflegerin aus Altenholz soll jetzt die 78-jährige, demente Geschädigte vor Gericht aussagen. Das hat die Amtsrichterin gestern verfügt und die Verhandlung vor dem Amtsgericht Eckernförde nach einer guten halben Stunde aufgehoben.

Die angeklagte Altenpflegerin, die bei einem ambulanten Pflegedienst arbeitet, bestritt den ihr zur Last gelegten zweifachen Betrugsvorwurf. Sie soll laut Anklage am 21. und 22. November 2015 mit der EC-Karte und der Pin der Geschädigten 2000 und 1500 Euro von deren Konto abgehoben und für sich verwendet haben. Dem widersprach die Angeklagte. Sie habe das Geld zwar abgehoben, aber der Dame ausgehändigt. Sie habe mehrfach auf Wunsch der 78-Jährigen Geld von deren Konto abgehoben und ihr ausgehändigt, etwa ein- bis zweimal im Monat. Es seien immer „so um die 2000 Euro gewesen. Ich wundere mich, dass es hier nur um die beiden Abhebungen geht“, sagte die Angeklagte. Wofür sie das Geld verwenden wollte, sei ihr egal gewesen – „das hat mich nicht interessiert“, sagte sie auf Nachfrage der Richterin, dass es doch ungewöhnlich sei, innerhalb von zwei Tagen 3500 Euro für eine alte Frau abzuheben. Möglicherweise sei das Geld, oder ein Teil davon, für die in München lebende Tochter bestimmt gewesen, vermutete die Altenpflegerin und Frisörin. Sie habe sich mit der alten Dame angefreundet, man habe sich geduzt, alle 14 Tage habe sie ihr zusätzlich zur Pflege privat auch „die Haare gemacht“. Sie habe auch für sie eingekauft und alle Kassenbelege vorgelegt. Sie habe der Frau helfen wollen, es sei alles korrekt gelaufen und nichts gegen ihren Willen geschehen, beteuerte die Angeklagte. Ihr Verteidiger sagte über seine Mandantin: „Ja, sie hat Geld abgehoben, aber sie weiß nicht, warum sie hier ist.“

Mit ihren umfänglichen Aussagen belastete die Angeklagte gleichsam eine andere Frau, die ihrer Schilderung nach offenbar systematisch versucht habe, Einfluss auf die 78-Jährige zu nehmen. Sie habe sich „in alles eingemischt“, wollte über alle Belange der alten Dame bestimmen und habe versucht, andere Personen von ihr fernzuhalten und ihren Umzug in eine betreute Wohnanlage zu verhindern, beschrieb die Altenpflegerin deren Verhalten. Die Angeklagte habe das Gefühl gehabt, die Frau, die auch die Anzeige gegen sie erstattet hatte, „sucht nach Geld“, und alle anderen im Umfeld der alten Dame seien dabei störend für sie. So hätte sie auch die Putzfrau verdächtigt, zu stehlen, „auch die Nachbarn können sie nicht ab“, sagte die Angeklagte.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 06:49 Uhr

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