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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 07:02 Uhr

PROMINENTER GAST BEI BEHN : Das Erfolgsrezept: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Arend Oetker nahm am Donnerstag beim ersten Treffen des Landesverbandes „Die Familienunternehmer“ bei Behn teil. Er warb um Mitglieder für den Landesverband.

Es war eine Premiere, zu der die Firma Behn am Donnerstagabend in ihre Verwaltungsstelle eingeladen hatte. „Familienunternehmen aus Schleswig-Holstein waren in dieser Konstellation noch nie zusammen“, begrüßte der frisch gebackene Landesvorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Verbandes „Die Familienunternehmer“, Rüdiger Behn (58), die Gäste. Gleich zu Beginn stellte er den Unterschied der Familienunternehmen zu Konzernvorständen dar: „Wir denken in Generationen und nicht in Quartalen.“

Als Ehrengast begrüßte Behn den über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus bekannten Unternehmer Dr. Arend Oetker aus Berlin. Der 77-Jährige ist Chef der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co KG in Berlin und entstammt der Oetker-Dynastie aus Bielefeld. Er ist Urenkel von August Oetker und Cousin von Richard Oetker. Begleitet wurde er von Albrecht von der Hagen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes.

In Schleswig-Holstein ist die Oetkergruppe durch das Werk in Bad Schwartau bekannt. Des Weiteren ist das Unternehmen über verschiedene Zweige auch in Schweden und Österreich in den unterschiedlichsten Marktsegmenten aktiv.

Gefragt nach den Prinzipien für seinen Erfolg, antwortete der Vater von fünf Kindern: „Nicht alle Eier in einen Korb legen.“ Um ein gesundes Unternehmen wirtschaftlich stabil zu halten, seien stets mindestes zwei Standbeine nötig. Eine große Portion Neugier, Kreativität und Fairness gegenüber den Mitarbeitern seien für den Erfolg unerlässlich.

Oetker warb am Donnerstag für eine Mitgliedschaft im Verband „Die Familienunternehmer“: „Ich habe aus dem Verbandsleben profitiert. Ich habe immer von meinen Konkurrenten gelernt“, sagte er.

Bezugnehmend auf die Eingangsworte von Rüdiger Behn skizzierte er einen gelungenen Generationsübergang. „Man muss es zu Lebzeiten machen und Vertrauen in die Kinder setzen.“ Wichtig sei, ihnen Verantwortung zu übergeben.“ Aus diesem Grund begrüßte Dr. Oetker die jüngst im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat ausgehandelten Regelungen zur Reform der Erbschaftsteuer, wonach Firmenerben auch künftig steuerlich begünstigt werden, wenn sie das Unternehmen längere Zeit fortführen und Arbeitsplätze erhalten. „Ein Familienunternehmen entlässt nicht sofort“, so Oetker.

Albrecht von der Hagen erläuterte die Unterschiede zu den USA. In den USA gebe es zu Lebzeiten eine vergleichsweise geringe Steuerlast. Dem Erben werde aber eine sehr teure Erbschaftsteuer aufgebürdet. Die Folge: Viele Familienunternehmer würden ihr Kapital gegen Ende ihres Erwerbslebens verschleudern. In Deutschland könne durch die geringe Erbschaftssteuer über Generationen hinweg Vermögen aufgebaut werden. „Das ist der Schlüssel für erfolgreiche Familienunternehmen“, sagte von der Hagen. Er machte deutlich, dass der Verband vor Ort in den einzelnen Ländern Verstärkung brauche – das gelte auch für Schleswig-Holstein. Denn „Politik lässt sich gestalten“, so von der Hagen, dafür benötige man aber einen starken Verband.

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erstellt am 01.Okt.2016 | 06:19 Uhr

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