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Auflösung : Canal-Verein ist bald Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vorsitzender: Alle Aufgaben erledigt / Auflösung beschlossen / 11000 Euro für neuen Zweckverband bereit gestellt

Haby | Von rund 300 Mitgliedern waren am Wochenende 41 zur Versammlung im „Haby Krog“ erschienen. 36 von ihnen votierten für die Auflösung des Vereins, fünf enthielten sich der Stimme. Damit ist klar: der Canal-Verein ist künftig Geschichte. „Wir haben drei Liquidatoren gewählt“, erklärt Dr. Jürgen Rohweder. „Diese werden das durchaus beachtliche Vermögen des Vereins verteilen“, so der Vorsitzende. Dann ist Schluss. Ende einer 37-jährigen Erfolgsgeschichte.

„Wir haben festgestellt, dass der Verein die Ziele, für die er gegründet wurde, erfüllt hat und weitere Projekte nicht in Sicht sind“, konstatierte Rohweder. Dieses Argument hatte er vor einem Jahr in einem Rundschreiben an die Mitglieder genannt. Zwölf Monate hatten diese Bedenkzeit. Er habe etwa ein Dutzend Zuschriften erhalten, so der Vorsitzende. Der Tenor lautete: „Schade“. Widerstand gab es keinen.

Ein Argument von Rohweder war der Mitgliederschwund. In seinen besten Zeiten zählte der Canal-Verein 600 Mitglieder, zur Zeit sind es rund 300, davon die meisten über 70 Jahre alt. Allein in den letzten beiden Jahren hätte der Verein 100 Unterstützer aus Altersgründen verloren, so Rohweder. 23 Jahre hatte der heute 76-Jährige den Vorsitz inne, nachdem er dem Gründer Dr. Ernst Joachim Fürsen auf diesem Posten gefolgt war. Einer der Gründe für die Auflösung: Es fand sich kein Nachfolger für das Amt des Vorsitzenden.

Zu seinen Aufgaben zählte der Verein die Instandsetzung, Erhaltung und Erforschung der drei Eiderkanal-Schleusen, Pflegearbeiten am Kanal sowie die Herausgabe von wissenschaftlichen Publikationen. Alles erfüllt – so die Vereinsangehörigen. In Kluvensiek, Klein Königsförde und Rathmannsdorf wurden die Schleusen denkmalgerecht restauriert. In Kluvensiek „wurde ein Informationspavillon aufgestellt“, bilanziert Rohweder am alten Eiderkanals gemeinsam mit Gründungsmitglied Jörg Schimmler.

Die wissenschaftliche Reihe „Mitteilungen des Canal-Vereins“ umfasse 30 Bände – und ihnen gingen die Themen aus. Für die Nachwelt verloren seien die Aufsätze von Historikern, Magister- und Doktorarbeiten über Kanäle und Wasserwirtschaft jedoch nicht, meinen Rohweder und Schimmler, auch wenn die Bände nicht verkauft wurden. Je ein Exemplar sind in der Uni-Bibliothek und im Landesarchiv zu finden. Ein kleiner Teil wurde auf der Web-Seite (www.canal-verein.de) online gestellt.

Nun gilt es, den Verein zu liquidieren. 36  000 Euro sind noch in der Kasse. 30  000 davon sind für die Liquidation und Restaufgaben bestimmt. Um die Pflege der Schleusen macht sich der Verein keine Sorgen, diese Aufgabe liege bei den Gemeinden beziehungsweise einem privaten Eigentümer (Gut Warleberg). „Allerdings will der Canal-Verein sie in dieser Aufgabe unterstützen“, hieß es gestern – durch die Gründung eines Zweckverbandes, in dem die Schleusen-Eigentümer, vielleicht auch der Tourismusverband, Mitglieder sein könnten. 11  000 Euro würde dieser Verband aus dem Vereins-Vermögen erhalten. Doch noch wissen die Betroffenen nichts davon. Außerdem wird zur Zeit eine historische Seilwinde von 1790 restauriert, die möglicherweise in Kluvensiek aufgestellt werden soll. Für Rathmannsdorf soll eine neue Informationstafel hergestellt werden. „Wenn wir jetzt in Pension gehen, wird das bedauert werden. Wenn wir aber langsam verkümmern, wird uns niemand eine Träne nachweinen“, lautet das Argument von Rohwer für die Auflösung. Die Mitglieder hätten seine Argumente nachvollziehen können, sagt er. Und so gab es bei der Versammlung in Haby auch keine Gegenstimme.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 06:08 Uhr

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