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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 23:31 Uhr

Cäcilie Dronske: Das wandelnde Heimatlexikon

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stadtführerin war über 100 Mal mit ihrer Dienstagsrunde auf Erkundungstour in Eckernförde und Umgebung

Sie ist das Gedächtnis der Stadt: Cäcilie Dronske kennt sich in der Geschichte Eckernfördes aus wie kaum ein zweiter. In den Gebäuden der Altstadt liest sie wie in einem Buch, weiß bestens Bescheid über die Verhältnisse im Eckernförde längst vergangener Tage. Lange hat die pensionierte Lehrerin in ihrem Ruhestand als Stadtführerin gearbeitet, mittlerweile ist das wandelnde Heimatlexikon 92 Jahre alt. Aber aufhören? Das kommt für Cäcilie Dronske nicht in Frage.

Seit sechs Jahren ist sie in den Sommermonaten einmal wöchentlich mit ihrer Dienstagsgruppe unterwegs und zeigt den 14 Frauen und zwei Männern Eckernförde und Umgebung. Ob das alte Borbyer Pastorat, der Eiskeller in Schnaap oder das Seniorenheim am Vogelsang – stets ist sie mit ihren Gästen willkommen. „Frau Dronske hat im Lauf der Jahre so viele Leute kennengelernt, die sie schätzen, dass wir immer nett empfangen und teilweise sogar bewirtet wurden“, sagt Rita Büttner, die die Dienstagsrunde angestoßen hat. „Ich habe Frau Dronske einmal getroffen, als sie eine andere Gruppe durch die Altstadt führte, und habe das meinen Freundinnen erzählt. Die wollten das auch gern, und Frau Dronske war einverstanden.“

Seither hat die Gruppe Einblicke in Gebäude erhalten, die dem normalen Passanten verwehrt bleiben. Den „Austernkeller“ unter dem Reico-Gebäude zum Beispiel haben sie besichtigt. „Da haben sich im 18. Jahrhundert die Bürger getroffen, die mit der dänischen Herrschaft nicht einverstanden waren“, weiß Cäcilie Dronske, die mit ihren 92 Jahren noch immer wieselflink alle Treppen rauf- und runtersteigt. Überhaupt faszinieren sie Keller. „Ihre Bauweise sagt viel über die Gebäude aus.“ Aber auch viele versteckte Hinterhöfe in der Altstadt hat die Gruppe besucht, Künstlergalerien, Gärten und Betriebe. Mittlerweile besucht die Dienstagsgruppe auch Gutshäuser und Höfe außerhalb Eckernfördes, bei denen Cäcilie Dronske selbst noch viel lernt. „Eigentlich ist keiner sicher vor uns“, sagt Rita Büttner.

Insgesamt 107 Touren haben die heimatgeschichtlich interessierten Gruppenmitglieder schon hinter sich. „Sechs oder sieben haben wir noch vor uns“, sagt Cäcilie Dronske, die alle Touren unentgeltlich anbietet und die mit den Damen ihrer Dienstagsrunde mittlerweile eine Freundschaft verbindet. Und dann? Da weiß Ingrid Siemsen Rat: „Dann fangen wir wieder von vorne an.“

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erstellt am 22.Jul.2016 | 06:49 Uhr

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