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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:43 Uhr

Eckernförde : Busfahrer warnt: Radfahrer leben gefährlich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Riskante Fahrmanöver und Beschimpfungen am Zob: Busfahrer bitten um mehr gegenseitige Rücksichtnahme.

Eckernförde | Für Stefan Kreutzer steht fest: Fußgänger und Radfahrer leben gefährlich, besonders am Zob. Der Chef des Busunternehmens und Reisedienstes „Der Riesebyer“ spricht aus eigener Erfahrung: „Mehrfach hat es hier Unfälle gegeben.“ Zweimal schon seien Menschen in den vergangenen 15 Jahren zu Tode gekommen, im Dezember letzten Jahres hat sich eine Radfahrerin bei einem Sturz ein Handgelenk gebrochen. Oftmals involviert waren Busse.

Für Stefan Kreutzer ist aber nicht nur bei den Busfahrern die Schuld zu suchen. „Viele Radfahrer pochen auf die Vorfahrt, die ihnen der Radweg einräumt“, sagt er. „Und wenn dort dann ein Bus steht und darauf wartet, dass er sich vom Zob aus in den Verkehr auf der Reeperbahn einfädeln kann, ziehen die Radfahrer noch vor ihm vorbei, anstatt zehn Sekunden zu warten.“ Wüste Beschimpfungen müssten sich die Busfahrer anhören, wie Holger Langeberg bestätigt. Fäusteschütteln und Stinkefinger inklusive.

Die Busfahrer könnten aber oftmals nicht anders fahren. „Wir müssen zunächst die Radfahrer und Fußgänger vorbei lassen, um schließlich direkt an die Reeperbahn heranzufahren, um die Lücken im Verkehr nutzen zu können“, erklärt Holger Langeberg. Das aber könne etwas dauern, solange versperrt der Bus den Radweg.

Deshalb appellieren die beiden an alle Radfahrer, lieber einmal zehn Sekunden Wartezeit in Kauf zu nehmen, anstatt noch schnell einen Schlenker vor den Bus zu machen und somit einen Unfall zu provozieren. Stefan Kreutzer: „Es nützt ja niemandem etwas, wenn er zwar Vorfahrt hatte, aber trotzdem am Ende unterm Bus liegt.“ Schon eine Reduzierung der Geschwindigkeit würde helfen: „Teilweise haben die Leute ja 30 bis 40 km/h drauf“, sagt Holger Langeberg. In der dunklen Jahreszeit komme erschwerend hinzu, dass nicht wenige Leute ohne Licht Fahrradfahren würden. „Dann haben sie oft noch dunkle Kleidung an, wodurch sie schlecht zu sehen sind.“

Stefan Kreutzer hat schon im Dezember einen Brief an das Ordnungsamt geschrieben, seinen Angaben zufolge jedoch keine Antwort erhalten. Deshalb hat er sich im September erneut an die Verwaltung gewendet und Alternativen zur Abhilfe vorgeschlagen: Die bestehen zum einen aus einer Beschilderung des Radweges mit einem Hinweis auf die Gefahrensituation, zum anderen aus Geländern auf Fuß- und Radwegen vor der Einmündung des Zobs in die Reeperbahn, damit die Radfahrer ihre Geschwindigkeit drosseln müssen. Dritter Vorschlag: Bei der Neuplanung des Zob-Geländes die Gefahrensituation berücksichtigen und bei einer Neugestaltung gleich entsprechend baulich darauf eingehen.

Der Leiter des Ordnungsamtes, Klaus Kaschke, war gestern nicht zu erreichen. Der Brief sei bekannt, hieß es jedoch, an dem Problem werde gearbeitet.

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erstellt am 20.Okt.2015 | 05:20 Uhr

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