zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 03:26 Uhr

Amtsverwaltung : Bürgernähe kommt an – Außenstellen ausgelastet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bürgerbüros in den drei Amtsaußenstellen des Amtes Schlei-Ostsee tragen 50 Prozent

Eckernförde | Ein neuer Ausweis, ein Führungszeugnis oder die Um- und Neuanmeldung nach einem Umzug – die rund 19  000 Einwohner im Amt Schlei-Ostsee haben dafür vier Anlaufadressen, je nachdem wo sie wohnen. Festgeschrieben im Fusionsvertrag zum Amt Schlei-Ostsee wurden in Fleckeby, Rieseby und Damp-Vogelsang zusätzlich zur Hauptamtsstelle in Eckernförde drei Außenstellen mit Bürgerbüros für allgemeine Verwaltungsaufgaben eingerichtet, beziehungsweise erhalten. Eine Lösung, die sich nach Ansicht von Amtsdirektor Gunnar Bock und Amtsvorsteher Rainer Röhl bewährt hat. „Die Frage einer Veränderung der Außenstellen stellt sich nicht“, stellt Röhl fest.

Diese Aussage wird durch Zahlen untermauert, die Amtsdirektor Bock auf Nachfrage der EZ ermittelte. So stellte Bock fest, dass im Schnitt jeder Bürger alle zwei Jahre für eine Amtshandlung in eines der Bürgerbüros geht. Über einen Zeitraum von 20 Jahren hochgerechnet bedeute das, dass jeder zwei Mal einen Personalausweis beantragt und auch zwei Mal abholen muss. Den Reisepass beantragen nur die Hälfte der Bürger, so dass sie dafür zwei Mal ins Amt müssen. Rund 1000 Mal wurden im ersten Halbjahr auch Wohnungsum- und Abmeldungen in allen vier Bürgerbüros gezählt. Über 20 Jahre kommt Bock auch hier auf zwei Besuche je Bürger. Eine Zahl, die Röhl zunächst sehr hoch vorkommt. Hintergrund seien sehr häufige Wohnungswechsel vor allem im Einzugsbereich der Helios-Kliniken und Betriebe in Damp. Nachgefragt würden zudem Führungszeugnisse und auch Sozialanträge sowie Angel- und Fischereischeine in den Büros, zählt Bock auf. Nicht mitgezählt wurden Besuche in den Büros, um gelbe Säcke oder Hundekotbeutel abzuholen. Im Jahr kommen so rund 10  000 Bürger in die Büros, ergibt Bocks Rechnung. 5000 Bürger kommen dafür in die Amtsverwaltung in Eckernförde, jeweils etwa 1500 besuchen Fleckeby und Rieseby und etwa 2000 die Außenstelle in Vogelsang, erklärt Bock.

„Ich hätte gedacht, es wären sogar 60 bis 70 Prozent, die nach Eckernförde kommen“, meint Röhl. Angesichts dieser Zahlen sehe er sich bestätigt, dass der politische Wille zum Erhalt der Außenstellen berechtigt sei. Je Außenstelle fallen im Jahr rund 8000 Euro für Miet- und Sachkosten an, rechne Bock vor. Vor allem die EDV samt besondere Scanner für Fingerabdrücke und den EC-Cash kosten Geld. Kosten entstehen auch durch die online Datenanbindung der Außenstellen. Daher kommt auch Bock zu einer ganz ähnlichen Einschätzung wie Röhl. Aus Gründen der Bürgernähe würden auch volkswirtschaftliche und ökologische Gründe für die Fortsetzung des System sprechen. Abgesehen davon, sei eine Änderung der Struktur nicht so ohne Weiteres möglich. Im Fusionsvertrag sind die Eckpunkte festgelegt. So ein konstituierender Vertrag könne nur geändert werden, wenn sich grundlegende Dinge änderten, erklärt Bock. Das sei aber nicht der Fall.

Insgesamt sieben Mitarbeiter mit vier Stellen betreuen die Bürgerbüros. Dabei sind in Fleckeby und Rieseby jeweils eine Person Ansprechpartner. In Damp sind drei Mitarbeiter, zwei sind immer nur da, tätig. Auch im Bürgerbüro Eckernförde sind drei Mitarbeiter, wobei ein Mitarbeiter auch in Fleckeby tätig ist. Neben ihren Aufgaben für das Bürgerbüro erledigen die Mitarbeiter auch weitere Aufgaben für die allgemeine Verwaltung, erklärt Bock, so dass ein genauer Vergleich der Außenstellen unter einander schwer möglich sei.

Auch wenn derzeit eine Änderung des bewährten Systems überhaupt kein Thema sei, so müsse man abwarten, was die digitale Entwicklung bringe, stellt der Amtsdirektor fest. Theoretisch könne der Bürger heute schon über seinen digitalen Personalausweis viel online erledigen. Sollte der jetzt angestoßene Breitbandnetzausbau für eine bessere Internetanbindung sorgen, dann müsse man irgendwann vielleicht nachjustieren. Röhl: „Bei dem großen Amt geht es heute in der Fläche nicht ohne Außenstellen“.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 14.Jul.2016 | 06:42 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen