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Eckernförder Zeitung

28. März 2017 | 14:14 Uhr

Kinderstation und Geburtshilfe : Bruns fordert Rücktritt von Dr. Johannsen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Sprecherin der Elterninitiative für den Erhalt der Kinderstation und Geburtshilfe, wirft Imland-Geschäftsführer Johannsen vor, nicht rechtzeitig auf das Anti-Korruptionsgesetz reagiert zu haben.

Eckernförde | Die Sprecherin der Bürgerinitiative für den Erhalt der Kinderstation der Imland Klinik Eckernförde, Alexandra Bruns, hat das Verhalten des Imland-Geschäftsführers Dr. Hans-Markus Johannsen im Zusammenhang mit der Schließung der Kinderstation und der erneuten Diskussion über die Zukunft der Geburtshilfe scharf kritisiert. Die dreifache Mutter aus Schwedeneck, die an der Spitze der Elterninitiative steht, wirft Johannsen vor, nicht rechtzeitig auf die bereits im Sommer vergangenen Jahres wirksam gewordene Anti-Korruptionsgesetz (Info-Kasten) reagiert zu haben, das eventuell auch für eine vollständige oder Teilübernahme der extrem hohen Haftpflichtprämien für die Belegkinderärzte und -hebammen anzuwenden wäre. Sollte ein Rechtsbruch vorliegen, „steht die Imland Klinik damit möglicherweise vor einem Verfahren wegen Korruption und mit ihr die Beleger“, so Bruns.

Beraten worden sei das Anti-Korruptionsgesetz schon Monate vorher, man hätte frühzeitig die Weichen stellen können. Mit dem Inkrafttreten im Juni 2016 seien prompt erste Schließungsankündigungen erfolgt. „In Eckernförde hingegen steigt ein Testballon. Der Geschäftsführer hat einen Beschluss des Eigentümers auf dem Tisch: Kinder- und Geburtshilfe sind zu erhalten. Also erstmal die Kinderstation. Die Gegenwehr des Eigners fällt milde aus. Der Aufsichtsrat beerdigt auf der nächsten Sitzung die kleine Station, die für den Betrieb der Geburtshilfe außerordentlich wichtig ist. Das Personal der Geburtshilfe wird mit einem Arbeitskreis beruhigt“, betont Bruns. Für die Handlungsweise des Imland-Geschäftsführers vermutet sie zwei Gründe: Entweder habe er „die Gesetzesänderung verschlafen“ oder es bewusst darauf angelegt, um sich der Kinderstation und Geburtshilfe entledigen zu können. Ungeachtet einer differenzierten Aufarbeitung der Vorfälle fordert Bruns den Rücktritt von Geschäftsführer Johannsen: „Wir brauchen weder Inkompetenz noch Berechnung. Wir brauchen eine wohnortnahe Versorgung für unsere werdenden Eltern und unsere Kinder.“

Die Bürgerinitiative habe den CDU-Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing gebeten, die Rechtslage durch das Gesundheitsministerium erneut prüfen zu lassen. Eine Antwort werde Mitte März erwartet. Zudem stehe man mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Bundesverband für Belegärzte in Kontakt. „Sollte das Gesetz eine Lücke gelassen haben, gibt es durchaus die Möglichkeit, es schnell zu heilen“, sagt Bruns.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 06:37 Uhr

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