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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 09:03 Uhr

Strandsicherheit : Brodersby stockt für DLRG-Wache auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinde plant eigene DLRG-Wache für Schönhagen / Aufstockung auf dem Strandhus wird geprüft / Fachplaner und DLRG eingebunden

Brodersby | Es hatte sich schon angedeutet. Nun ist es Realität. Brodersby und Kappeln werden ab 2017 getrennte Wege bei der Organisation und dem Betrieb einer DLRG-Rettungswache für ihre Strände gehen. Die Gemeindevertretung Brodersby beschloss Dienstagabend einstimmig, eine Planung für den Bau einer eigenen DLRG-Wache zu starten. Standort: Eine Aufstockung auf das gemeindeeigene Strandhus in Schönhagen.

Bürgermeister Christian Schlömer wurde bevollmächtigt, einen Planer mit einer Bauvoranfrage für das Vorhaben zu beauftragen. Zugleich wird er ermächtigt, in Abstimmung mit seinen Stellvertretern und den Fraktionsvorsitzenden, einen Entwurf für ein Wach- und Unterkunftsgebäude samt Kostenschätzung erarbeiten zu lassen. Eingebunden werden soll in eine solche Planung auch ein DLRG-Ortsverein aus Nordrhein-Westfalen. Zu diesem habe es bereits Kontakte gegeben, die Hoffnung machten, dass sie eine Partnerschaft mit Schönhagen eingehen könnten, berichtete der Bürgermeister. Fördermöglichkeiten sollen geprüft werden.

Die Gemeinde muss Handeln, daran ließ keine der Fraktionen Zweifel aufkommen. „So etwas, wie im Juni, möchte ich nie wieder erleben“, sagte Schlömer und erinnerte an das Badeverbot, welches das Ordnungsamt Schlei-Ostsee für wenige Tage in Schönhagen ausgesprochen hatte. Damals war festgestellt worden, dass Brodersby vom Land die Konzession für 1400 Meter Strand in Schönhagen mit entsprechenden Auflagen hat. Vom 1. Juni bis 15. September müssen daher drei Wachtürme, ein Boot und sechs Rettungsschwimmer vor Ort sein, machte Schlömer die Fakten noch einmal deutlich. Dies war bis zum Badeverbot nicht erfüllt gewesen, aber so auch nicht bekannt gewesen, wie er einräumte. Sonst wäre man längst aktiv geworden. Denn wäre etwas passiert, er wäre in der persönlichen Haftung gewesen, so Schlömer.

Gespräche mit Kappeln über eine Fortsetzung der gemeinsamen Strandwache in Weidefeld blieben ohne Erfolg (wir berichteten). „Jeder geht seinen eigenen Weg“, stellte der Bürgermeister fest. Die Gemeinde wurde bereits aktiv und erwarb einen gebrauchten zweiten Turm für den Strand. Angeschafft wurden darüber hinaus ein Rettungsboard und notwendige Rettungsausrüstung. Mit dem Bau der Wache, die als Turm mit Aussichtsplattform ausgerüstet werden soll, wäre dann auch der dritte, geforderte Turm vorhanden. Angeschafft werden muss dann noch ein Boot.

Der Bau der Wache samt Unterkunft für acht Retter ist die eine Sache, sie in der Badesaison immer mit ausreichend Rettungsschwimmern zu besetzen, die andere. Auch wenn eine mögliche DLRG-Partnerschaft eine große Hilfe sei, so sei vermutlich nur die Haupturlaubszeit sicher abgedeckt, hieß es. Schließlich machten die Rettungsschwimmer den Dienst am Strand ehrenamtlich in ihren Ferien. Eine attraktive Unterkunft samt Wache, sei aber eine gute Chance, zusätzliche Rettungsschwimmer gewinnen zu können. Sollte das nicht gelingen, so müsste die Gemeinde professionelle Strandwachen anstellen. Schlömer hatte hochgerechnet, dass dann mit 56  000 Euro für die Zeit gerechnet werden könne, die außerhalb der Schulferien liege. Ohne eine geeignete Unterkunft der Gemeinde kämen gut und gerne 21  000 Euro reine Miete hinzu.

Alternative Standorte gab es kaum, so Schlömer, der mit den Fraktionen bereits im Vorfeld intensiv nach Lösungen suchte. Einschränkend auf die Suche ausgewirkt hätten sich der notwendige, aber teure Grundstückskauf an der Wasserlinie, der Bau von Schlafräumen oberhalb von 3,50 Metern Hochwasserschutz und die geringe Aussicht auf Baurecht im Bereich der Dünen. Mit der Aufstockung des Strandhuses, wenn es die Statik zulasse, würde Schönhagen auch an Attraktivität gewinnen, so der Tenor. Dass Kosten auf die Gemeinde zukommen, sei klar, aber es gebe keine Alternative, denn Strand und Baden gehörten zu Schönhagen.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 06:13 Uhr

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