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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 15:38 Uhr

„Bringer“-Qualitäten und starke Nerven

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bei Großprojekten verhaspelt und überhebt man sich leicht. Ein besondere planerische und gestalterische Herausforderung ist die Nooröffnung, an dem die Stadt seit mehr als zehn Jahren dran ist. Es ist viel passiert seitdem, es wurde geplant, neu plant, gekauft, abgerissen, informiert und gestritten. In dieser Woche im Bauausschuss scheint die Politik einen wichtigen Schritt weitergekommen zu sein: der Bebauungsplan wurde um einen weiteren Planungsschritt vorangebracht – und das einstimmig. Was wohl daran gelegen hat, dass man die strittige wasserseitige Bebauung der Gaehtjestraße ausgeklammert hat – mal will vorankommen.

Seit vergangenen Dienstag ist klar, dass nun zuerst die 0,7 Hektar große Wasserfläche angelegt wird , um die dann entstandenen Wasserlagen marktgerecht und damit hochpreisig an Investoren zu verkaufen. Zuvor allerdings muss Aldi weichen, aber auch das scheint mittlerweile im Bereich des Wahrscheinlichen zu liegen, wie Bürgermeister Jörg Sibbel andeutete: im Frühjahr, Sommer könnte Schluss sein für den Discounter an der Reeperbahn, und dann: Bagger und Wasser marsch!

Dann wird’s richtig spannend: Wer bekommt den Zuschlag für die Bebauung, welche Qualität wird gefordert, wie wird das neue Quartier gestaltet? Gerade das scheint eine entscheidende Frage zu sein, weil die für die Entwicklung der Innenstadt extrem wichtige Nooröffnung nur dann zum „Bringer“ wird, wenn sie erstklassig und attraktiv gestaltet und angelegt wird. Alles alles wäre nicht akzeptabel.

Bei allem Verständnis für soziale Belange und bezahlbaren Wohnraum – die Nooröffnung muss höchste städtebauliche Qualität bieten, nur dann wird sie die Wirkung entfalten, die man sich von ihr erhofft. Da reicht es nicht, im B-Plan zwar Dirnen-Unterkünfte in der Nooröffnung zu verbieten und womöglich phantasielosen Mehrgeschosswohnungsbau zu erlauben.

Am 8. Juni hat Coop ihre Kinopläne für den Sky-Markt Gartenstraße vorgestellt und Eckernförde damit eine neue Perspektive gegeben. Endlich ein Standort, mit dem alle leben können. Dann kamen die Fusionsverhandlungen mit Rewe und damit die Ungewissheit, ob es denn wirklich etwas wird mit der interessanten Kombination Markt und Kino. Seitdem herrscht weitgehend öffentliche Funkstille, im Hintergrund gab es aber zumindest zwei Dates zwischen dem Bauamt und der Coop. Etwas irritierend, dass die Handelsgenossenschaft die Frist für die Bauvoranfrage ungenutzt verstreichen ließ. Das ist aber noch kein Grund, jetzt plötzlich die Nerven zu verlieren, Zweifel zu säen, eine Entscheidung herbei zu diktieren oder das Projekt schlecht zu reden.

Das Sky-Kino ist derzeit die einzige Option für Eckernförde. Die paar Wochen, bis Rewe sich entscheidet, sollte man sich schon noch nehmen.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 06:49 Uhr

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