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Eckernförder Zeitung

02. Dezember 2016 | 21:12 Uhr

Schnelle Internet : Breitbandausbau – Wo sind schlecht versorgte Flächen?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Breitbandzweckverband (BZV) startet Markterkundung für Netzausbau und beauftragt Beratungsfirma

Groß Wittensee | Online-Videotheken, Cloud-Dienste und Gesundheitsdienste im Netz setzen sich durch. Um sie zu nutzen, braucht es enorme Bandbreiten am Internet-Anschluss und in den Netzen der Betreiber. Der durchschnittliche Breitbandbedarf wird in Zukunft weit über 50 MBit/s liegen. Bisher müssen Einwohner in unterversorgten Gebieten mit Geschwindigkeiten von ein bis zwei MBit auskommen.

Im Januar hatte der Breitbandzweckverband (BZV) der Ämter Dänischenhagen, Dänischer Wohld und Hüttener Berge beschlossen, eine Strategie zu entwickeln, um von 2016 bis 2028 die rund 15  000 Haushalte im Verbandsgebiet mit FttH/B/C (Fiber to the Home/Building/Curb), also mit Glasfaserkabel bis ins Heim, Gebäude oder zum Straßenrand zu erschließen, oder zu versorgen. Somit könnten alle Einwohner in den bislang unterversorgten Bereichen im Verbandsgebiet auf schnelles Internet hoffen. Wie Verbandsvorsteher Jens Krabbenhöft in der jüngsten Sitzung des Verbands in Groß Wittensee deutlich machte, sieht er nach klärenden Gesprächen auch weiter den Weg für die Zukunft gemeinsam mit der net services, Anbieter von fiete.net, die nach Auskunft von Mitarbeiter René Saupe, auf Wachstum setzt.

Da er es anders nicht für finanzierbar hält, setzt der BZV beim Netzausbau auf das milliardenschwere Bundesförderprogramm. BZV-Geschäftsführer Andreas Betz wies jedoch darauf hin, dass die Strategie hinsichtlich des Förderzeitraums und der Zielsetzung zu überdenken sei. Inzwischen wurden im Verbandsgebiet rund 18  000 Haushalte ermittelt. Das Förderprogramm des Bundes zur Unterstützung des Aufbaus einer flächendeckenden Breitbandversorgung läuft nur bis 2018/2019. Da eine 100-prozentige Abdeckung aller unterversorgten Gebiete (weißen Flecken), bis 2018/2019 nicht möglich sei, sollte man sich auf die gering versorgtesten Gebiete konzentrieren. Ziel müsse sein, im Förderzeitraum so viele Anschlüsse wie möglich zu bauen. Mit der Markterkundung, Voraussetzung für die Teilnahme an dem Förderprogramm, wurde die netzkontor Nord beauftragt. Sie ist Grundlage um festzustellen, ob im Verbandsgebiet derzeit oder in den kommenden drei Jahren der Aufbau eines flächendeckenden Netzes geplant ist und um die weißen und schwarzen Flecken zu definieren.

Kabel Deutschland/Vodafone, net services und die Telekom haben entsprechende Meldungen abgegeben. Die wertet die netzkontor Nord derzeit aus. Es wird jedoch von erheblichen weißen Flecken ausgegangen. Der Förderantrag beim Bund soll abhängig vom Ergebnis der Auswertung im dritten Quartal 2016 gestellt werden. Die Höhe der erforderlichen Haushaltsmittel ist von der Markterkundung, den Erschließungskosten und der Höhe des Förderbescheids abhängig und wird in die Haushaltsberatungen 2017 einfließen.

Um sich in dem komplizierten Verfahren begleiten zu lassen, sprach sich der Verband für eine rechtliche, wirtschaftliche und technische Beratung aus. Derartige Beraterkosten werden vom Land mit bis zu 75 Prozent gefördert. Bei geschätzten Beraterkosten von 100  000 Euro bliebe dem Verband ein Eigenanteil von 25 000 Euro. Die Mittel sollen bereit gestellt werden.

Die Einwohner in unterversorgten Gebieten hoffen nun, berücksichtigt zu werden. So wie Jan Hoffmann aus Borghorsterhütten. Er forderte, nicht möglichst viele, sondern die anzuschließen, die den dringendsten Bedarf haben. „Wir wissen, dass wir in den Außengebieten nicht wirtschaftlich sind“, sagte er. „Ich hoffe, Sie vergessen uns nicht.“ Um eine größtmögliche Förderung zu erhalten, wäre es ein Fehler, statt der unwirtschaftlichen die wirtschaftlichen Flächen zu berücksichtigen, antwortete ihm Betz. Ob Borghorsterhütten dabei sein wird, konnte er nicht sagen. „Wir denken an Sie. Aber wir müssen in jedem Amtsbereich die erwischen, die den dringendsten Bedarf haben.“

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erstellt am 30.Jul.2016 | 06:54 Uhr

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