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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 15:02 Uhr

KONZERT : Böhmisch-Mährisches Feuerwerk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Jahr eins nach Freek Mestrini leitete Johannes Kringel am Sonntag das Konzert des Schleiorchesters Kappein der Stadthalle. 300 Zuschauer waren begeistert.

Eckernförde | Vom ersten Augenblick an herrschte am Sonntagnachmittag eine ganz besondere Atmosphäre in der Stadthalle. Das Kappelner Schleiorchester gab als krönenden Abschluss eines Workshops ein Konzert der Superlative – ein wahres Feuerwerk der böhmisch-mährischen Weisen. Unter der Leitung von Johannes Kringel zog das 37-köpfige Orchester, unterstützt von Gastmusikern aus Berlin, Hamburg, Kiel, Bad Gandersheim und der Region das Publikum mit.

Uwe Kornienko, seit 24 Jahren Vorsitzender des Schleiorchesters, begrüßte das Publikum mit einer Hommage an Freek Mestrini: „Es ist das Jahr eins nach Freek Mestrini, ehemaliger erster Flügelhornist der Egerländer Musikanten unter der Leitung von Ernst Mosch“, so Kornienko. Neun Jahre hat Mestrini das Orchester auf den Workshops begleitet. Mit Johannes Kringel habe man einen würdigen Nachfolger.

Johannes Kringel zeigte vollen Körpereinsatz – er wippte, er gestikulierte, er schwang seine Hüften – und die Musiker gingen mit. Die Zuhörer erlebten einen bunten Strauß der schönsten Volksweisen, ob „Das Musikantenfest in Böhmen“, der „Regenbogen-Walzer“ oder die „Egerländer Frühschoppen-Polka“ erklang – es wurde geschunkelt, geklatscht und begeistert Zwischenapplaus gegeben. Das von Musiker Olaf Bruns getextete „Kappelnlied“, eine Liebeserklärung an die Schlei, lud zum Mitsingen ein. Das erste Mal dabei waren einige Nachwuchsspieler, am Barriton Fabian Buchholz (17) und Mirja Grothkopp (17) sowie an der Klarinette Kristin Schlegel (17).

Ein großes Lob aus den Reihen des Publikums war in der Pause zu hören. Susanne (37) und Horst Lembke (44) aus Kiel: „Das ist schon ein hohes Niveau, wir spielen selbst und kennen viele Orchester. Eckernförde hat mit diesem Konzert ein hohes Potenzial der beliebten böhmisch-mährischen Blasmusik. Mit Johannes Kringel ist ein würdiger Dirigent gewonnen. “ Nach der Pause ging es mit dem „Gruß an Kiel“ temperamentvoll weiter. Scherzend wies Kornienko bei der feurigen Polka „Sakvicka“ von Metodej Prajka auf die Fertigkeit der „Hölzer-Spieler“ hin – sechs Klarinetten und zwei Konzertflöten: „Ich wundere mich immer wieder, wie sie es schaffen, bei dem Tempo keine Knoten in den Fingern und ihre Zungen zu bekommen!“ Den Rhythmus gab Ulrich Jessen (56) am Schlagzeug vor. Er gehört seit seinem siebten Lebensjahr zum Schleiorchester. Ältester Musiker an der Posaune ist Walter Pössel (76). Immer wieder gab es anerkennendes Pfeifen und Zwischenapplaus aus den Reihen der 300 Besucher. So wurde zur Polka „Auf der Vogelwiese“ mitgesungen und geklatscht. Als Zugabe gab es eine moderne Variante der Film-Musik aus Sister Act „I will follow him“. Damit bewies das Orchester, dass sein Können nicht bei Blasmusik aufhört.


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