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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 11:01 Uhr

Billigstrom und gedankenloses Parken

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es ist zwar kein Stromgeschenk, aber ein Angebot, über das die Stadtwerke zumindest nachdenken. Der nicht marktfähige und auch nicht zu speichernde sogenannte Öko-Strom aus tausenden von Windmühlen im ganzen Land soll jetzt billig an die örtlichen Versorgungsunternehmen verscherbelt werden. Damit er überhaupt abgenommen wird und nicht im Nirwana landet. Von einem Einkaufspreis von 2 Cent pro Kilowattstunde – einen Bruchteil des üblichen EKP – war am Donnerstag beim Besuch der Staatssekretärin Ingrid Nestle bei den Stadtwerken Eckernförde die Rede. Zum Vergleich: der gemeine Stromkunde zahlt im Einfachtarif (Tarif E) bei den Stadtwerken Eckernförde einen Arbeitspreis von brutto 29,39 Cent pro Kilowattstunde.

Wer nun meint, dass die Stadtwerke im Fall der Fälle diesen Schnäppchenpreis 1:1 an die Endverbraucher weitergeben würden, irrt. Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens schob solchen Gedanken gleich einen Riegel vor. Zum einen sei noch überhaupt nicht klar, ob so kleine Versorger wie Eckernförde überhaupt für den Einkauf des abgeregelten Stroms zugelassen werden, zum anderen seien die möglichen Mengen ebenso vollkommen ungewiss wie der Aufwand, den die Stadtwerke für die Umsetzung so eines Vorhabens zu leisten hätten. Von daher gehe eine solch einfache Rechnung – billiger Einkauf gleich günstiger Strom für die Verbraucher – nicht auf, beugte er derartigen Preis-Phantasien von vornherein vor. Zudem müsse auch die Auswirkung auf die vorhandenen 17 Blockheizkraftwerke geprüft werden, die ja möglichst dauerhaft laufen müssen, um effizient Energie erzeugen zu können. Wenn die jetzt zeitweise aus dem Verkehr gezogen werden, weil gerade viel überschüssiger Strom der Windräder zur Verfügung steht, geht das zu Lasten der Effizienz und möglicherweise auch der Betriebsdauer, die im Normalfall um die zehn Jahre liegt.

Eine genaue Prüfung ist also erforderlich, bevor einem am Ende ein solches „Geschenk“ um die Ohren fliegt. Und sollte der Ankauf des Windkraft-Wegwerfstroms tatsächlich wirtschaftlich sein, werden die Verbraucher ihren Anteil in Form einer Tarifsenkung einfordern.

Gut, der Blindenleitstreifen in der Langebrückstraße sieht nicht mehr so schön weiß aus, – er müsste mal gesäubert werden –, aber zu übersehen ist die Riffelleiste nicht. Wer da ’rüberfährt, weiß, was er tut. Es ist die pure Bequemlichkeit und der pure Egoismus, dort zu parken, wo die anderen, gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer mit dem Rad, zu Fuß, mit Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator oder einem Blindenstock entlang müssen. Angesichts der Uneinsichtigkeit vieler Falschparker helfen dann leider nur noch verstärkte Kontrollen und Knöllchen.

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erstellt am 13.Aug.2016 | 06:17 Uhr

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