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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 09:45 Uhr

Reformation : Bibel-Präsent an historischer Stätte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vertreter von 37 Kirchengemeinden nahmen Exemplare der Neufassung im Alten Rathaus in Empfang

Rendsburg/Eckernförde | Nach dem zentralen Festgottesdienst mit rund 1200 Besuchern in der Christkirche (siehe Seite 3) folgte die Auftaktveranstaltung des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde zu den ein Jahr dauernden Feierlichkeiten „500 Jahre Reformation“. Schauplatz dafür war ein reformatorisch bedeutsamer Ort – der Ratssaal im Alten Rathaus in Rendsburg. Hier wurde im Jahre 1542 auf dem Landtag eine neue Kirchenordnung angenommen, mit der der Glaube in evangelisch-lutherischer Ausprägung zur Grundlage der staatlichen Ordnung in den Herzogtümern Schleswig und Holstein und damit auch in der Stadt Rendsburg erklärt wurde.

Diese Kirchenordnung gilt als Schlusspunkt der Reformation im Gebiet nördlich der Elbe, einem Erneuerungsprozess der Kirche, der 1517 von Martin Luther mit 95 Thesen ins Rollen gebracht wurde.

Gemeinsam mit dem Bischof des Sprengels Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, überreichten die Pröpste des Kirchenkreises, Sönke Funck und Matthias Krüger, die aktualisierte Lutherbibel im Altarbibelformat im Rahmen einer feierlichen Andacht an Vertreter aller 37 Kirchengemeinden des Kreises. „Allein das Wort Gottes ist die Richtschnur unseres christlichen Handelns, das stellte Martin Luther fest“, erklärte Propst Krüger. „Mit der revidierten Bibelfassung kommt es nun erneut und erneuert in all unsere Kirchengemeinden.“ Bischof Gothart Magaard wies darauf hin, dass es bei der Überarbeitung der Bibelfassung wichtig gewesen sei, die Quellen auf den Prüfstand zu stellen. Er machte deutlich, dass es Luther darum gegangen sei, dass jeder die Bibel lesen können sollte. „Ohne Revision würde die Bibel ein Museumsstück werden“, machte Magaard die Notwendigkeit deutlich, „auch fertige Texte noch einmal zu überarbeiten“.

Die Lutherbibel 2017 ist ein Geschenk der Nordkirche für alle Kirchengemeinden. Bereits vor fünf Jahren hatten Wissenschaftler in mühevoller Feinarbeit damit begonnen, die Texte der Bibel zu überprüfen und mit dem ursprünglichen Text zu vergleichen. Insgesamt wurden fast 12  000 der 31  000 Verse angepasst, häufig aber nur einzelne Wörter verändert oder die Zeichensetzung korrigiert.

Das Grußwort sprach Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast, der gleichzeitig Präses des Kirchenkreises ist. Er hob die Bedeutung des historischen Ratssaals im Herzen der Altstadt für die Entwicklung der evangelisch-lutherischen Kirche in Schleswig-Holstein hervor. „Exakt in diesem Raum hat der Landtag 1542 unter dem damaligen Landesherren König Christian III. von Dänemark die Kirchenordnung beschlossen“, betonte Gilgenast vor den Gemeindevertretern. Er begrüßte es ausdrücklich, dass die Verteilung der neuen Lutherbibeln an die Kirchengemeinden an einem historischen und öffentlichen Ort wie dem Alten Rathaus in Rendsburg erfolgte.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 06:06 Uhr

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