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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 07:04 Uhr

See-Sanierung : Bevor dem Wittensee die Luft ausgeht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Für umfangreiche Bauarbeiten zur Verbesserung der Wasserqualität wird die K78 ab Montag voll gesperrt

Dem Wittensee soll es bald besser gehen. Ein großer Schritt in diese Richtung wird jetzt mit dem Bau eines Nährstoff-Retentionsbecken an der Mühlenbek nördlich der Kreisstraße 78 und eines Straßendurchlasses gemacht. Für dieses Bauvorhaben muss die K  78 zwischen Groß Wittensee und Haby allerdings für rund sechs Wochen voll gesperrt werden. Die Arbeiten werden bereits am Montag, 12. September, beginnen. Autofahrer müssen daher bis zum 21. Oktober den Umleitungen über die B  203 und L  42 folgen.

Ziel dieser Bauvorhaben ist die Reduzierung von Nährstoffeinträgen, speziell von Phosphor in den Wittensee, um die Wasserqualität zu verbessern. Hauptquelle für das Phosphor sind nach umfangreichen Untersuchungen die diffusen Einträge aus dem Grundwasser, Drainagen und durch Erosion. Einerseits ist ohne Phosphor kein Leben möglich, andererseits kann es jedoch durch eine Erhöhung des Phosphorgehaltes zu einer Steigerung der Pflanzenproduktion kommen. Wenn Algen absterben, sinken sie auf den Seegrund. Sie verfaulen und verbrauchen dabei Sauerstoff, der dem Wasser entzogen wird. Insgesamt könnten im Retentionsbecken weit über 100 Kilogramm Phosphor pro Jahr zurückgehalten werden, so die Einschätzung der Experten.


560  000 Euro – Land fördert zu 100 Prozent


Im April 2012 hatte sich eine Arbeitsgruppe Wittensee erstmals getroffen. Ihr gehören Vertreter der Behörden, Ministerien, Verwaltung und Umweltschutzvereine an. Ihr Ziel, die Nährstoffeinträge in den See zu reduzieren. Seitdem ist viel passiert. So haben die Einleitung der Abwässer aus Haby und Holtsee in den Nord-Ostsee-Kanal und der Sandfang in Klein Wittensee dem See nachweislich gut getan. Durch das Retentionsbecken und die ökologische Sanierung der Mühlenbek sollen vor allem Phosphor und Stickstoff zurückgehalten werden. Im vergangenen Jahr sicherte das Land Schleswig-Holstein dafür und den Straßendurchlass von der Habyer Au in den Wittensee eine Zuwendung über 560  000 Euro zu. Das Projekt wird damit zu 100 Prozent aus Mitteln der EU, des Landes und des Bundes finanziert. „Es ist damit zu rechnen, dass die Kosten deutlich günstiger ausfallen “, sagte Peter Heidel. Der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Wittensee/Exbek ist überzeugt, dass dieses Projekt den Wittensee entlasten werde.  Es ist aber nur eine von vielen weiteren Maßnahmen, die noch folgen müssen“, sagte Heidel auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. So seien rund um den See noch landwirtschaftliche Betriebe,viele davon in Hanglage. Ein breiter Schutzstreifen oder Knickwälle wären nach seiner Einschätzung sinnvoll, um die Phosphoreinträge weiter zu minimieren.

Der Wasser- und Bodenverband hatte mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises die Fläche am Wittensee für den Bau des Beckens gekauft. In Anspruch genommen wurden dafür so genannte Ausgleichsgelder von Windkraft-Betreibern. Laut Bundesnaturschutzgesetz muss das Geld für Naturschutz und Landschaftspflege verwendet werden.

Bis voraussichtlich Frühjahr 2016 werden die Bauarbeiten zur Anlage eines Nährstoff-Retentionsbecken laufen. Nach dem Ersatzneubau eines K  78-Durchlasses sollen ab Mitte September die Erdarbeiten für das Becken stattfinden. Die Erdarbeiten zur ökologischen Sanierung der Mühlenbek bis Frühjahr 2017, dann sind auch Pflanzungen geplant. 

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erstellt am 10.Sep.2016 | 06:23 Uhr

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