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Jagd : "Beste Stücke bleiben auf der Straße"

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Weniger Damwild in Schwansen / Neuer Dreijahresplan für Dam- und Sikawild / Vorstand der Damwild Hegegemeinschaft Schwansen wiedergewählt

Gammelby | „Die Bestände an Damwild in Schwansen sind gesunken“, stellte Dienstagabend Holger Andersch, stellvertretender Vorsitzender der Damwild Hegegemeinschaft Schwansen, bei der Mitgliederversammlung fest. In Vertretung für den erkrankten Vorsitzenden Friedrich von Ahlefeld-Dehn, leitete er die Versammlung im Hotel Gammelby.

Bevor Andersch, der mit von Ahlefeld-Dehn über die Versammlung gesprochen hatte, den neuen Abschussplan 2017 bis 2020 vorstellte, zog er Bilanz zum abgelaufenen Plan. Der Abschussplan für die Jahre 2015 bis 2017 sei fast erfüllt worden, zugleich seien die Schäden, verursacht durch Damwild, geringer geworden, so Andersch. Vorgesehen waren beim Damwild 301 Hirsche und 3400 weibliche Tiere. Erlegt wurden 225 Hirsche und 2657 weibliche Tiere. Hinzu kommen rund 300 Stück Fallwild, die vor allem Opfer von Unfällen auf den Straßen wurden. „Wie immer, die besten Stücke bleiben auf der Straße“, wie Andersch beim Blick auf die ausgestellten Trophäen feststellte. Beim Sikawild waren 64 Hirsche und 201 weibliche Tiere in den drei Jahren frei. Erlegt wurden 37 Hirsche und 176 weibliche Tiere. Hinzu kommen 44 Stück Fallwild.

Auch wenn das Schwarzwild (Wildschwein), nicht zum Hochwild zählt, so konnte Andersch von steigenden Abschüssen berichten. Im Vorjahr wurden 164 Stück erlegt. Im Vorjahr waren es 112 Stück gewesen. Angesichts der Ausweitung von Maisanbauflächen appellierte der Vorstand an die Jäger in den sechs Schwansener Hegebezirken, Wildschweine zu bejagen. Als sehr effektiv hätten sich die Jagden während der Maisernte erwiesen. Im Namen des Vorstands lobte Andersch die Jäger, die als gute Gemeinschaft handele. Jagdunfälle gab es im Vorjahr keine, sagte er.

Da die Bestandsdichte des Damwilds gesunken ist, das zeigten die Rückmeldungen aus den Revieren, senkte der Vorstand in Absprache mit den Jagdbehörden und der Kreisjägerschaft die Zahl des weiblichen Damwildes im neuen Abschussplan um rund 15 Prozent. So sind bis 2020 300 Hirsche und 2900 weibliche Tiere frei. Beim Sikawild gibt es keine Änderung.

Die Versammlung beschloss die Bläsergruppe um Bernd Ahner mit 200 Euro zu fördern. Abgelehnt wurde ein Antrag von Peter Haertel aus Damp, der um Unterstützung für den Kauf von zwei Fallen (580 Euro) für Niederwild bat. Sie hätten mit den Anlagen bereits 16 Marderhunde, zahlreiche Marder, Füchse und Dachse erlegt, und so etwas zum Schutz von Bodenbrütern getan, warb er für Zustimmung. „Niederwild geht alle an“, sagte er. Die Versammlung lehnte in zwei Wahlgängen mehrheitlich ab. Geld wäre in der Kasse unterstützte Hilmar Kellinghusen als Kassenprüfer den Vorschlag. Andere schlugen vor, auf den Jahresbeitrag ein Jahr lang zu verzichten. Dem hielt Alexander von Bargen (ebenfalls Kassenprüfer) entgegen, dass der Jahresbeitrag von 10 Euro zu verkraften sei, und es sicher genug andere Möglichkeiten zur Förderung gebe.

Otto Gravert, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Eckernförde, berichtete vom Stand des Ausbaus der Schießanlage in Baumgarten. Er warb für Unterstützung, denn wenn die Anlage erstmal geschlossen sei, würde es sicher keine neue mehr geben. Der Verband hofft auf Spenden oder Privatdarlehen in Höhe von 50  000 Euro zur weiteren Finanzierung.

Dr. Klaus Hinnerk Baasch, der im Vorjahr sein Amt als Präsident des Landesjagdverbands niedergelegt hatte, richtete seine Worte als Kreisjägermeister an die rund 130 Besucher. Er berichtete von einer guten Zusammenarbeit der Kreisjägerschaft und den Jagdbehörden. Allerdings übte er Kritik daran, dass von politischer Seite durch Tierschutz, Naturschutz und Schonzeitenregelungen, die Jagdausübung immer mehr versucht werde einzuschränken. „Die Jagd muss erhalten bleiben“, und sie müsse in die Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl. Zugleich kündigte er an, dass man sich, vielleicht auch wissenschaftlich, mehr um das viele Fallwild kümmern müsse.

Bei den Vorstandswahlen wurden von Friedrich von Ahlefeld-Dehn als Vorsitzender, Holger Andersch als stellvertretender Vorsitzender, Jürgen Kirberg als Schriftwart und Petra Abramzik als Kassenwartin in ihren Ämtern wiedergewählt.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 06:26 Uhr

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