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Eckernförder Zeitung

01. Juli 2016 | 11:58 Uhr

Aktionstag – Schule ohne Rassismus : Berichte von Flüchtlingen, internationale Gerichte, Tanz und Sport

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

310 Schüler der Fritz-Reuter-Schule nehmen an unterschiedlichen Projekten teil. Der Aktionstag ist ein Plädoyer für Toleranz und Offenheit und gegen jegliche Diskriminierung.

Eckernförde | Die Fritz-Reuter-Schule darf seit zwei Jahren das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ führen. Dieser Titel ist für die Schule eine Selbstverpflichtung: „Alle an der Schule tätigen Menschen, sowohl Schüler und Lehrer als auch Beschäftige verpflichten sich, jegliche Form von Diskriminierung zu unterbinden und in den Schulalltag zu integrieren“, erläutert Schulleiter Simon Steinmetz. Einmal im Jahr wird diese Selbstverpflichtung mit einem Aktionstag für alle 310 Schüler deutlich gemacht. Gestern war es wieder soweit: In vielen unterschiedlichen Projekten hatten die Grundschüler sowie die Jungen und Mädchen der Regionalschule die Möglichkeit, sich dem Thema zu nähern.

Die Klassen 1 bis 4 näherten sich kulinarisch dem großen Themenbereich Toleranz und Offenheit. So hat die Klasse 1  a von Katja Karrié verschiedene internationale Gerichte für das große gemeinsame Buffet in der Mensa zubereitet. Taylor (7) sorgte für eine Verzierung der Datteln. Neben gefüllten Tomaten aus Italien gab es jede Menge verschiedene Käsesorten aus dem Iran, aus der Türkei und Armenien. Die Klasse 1b widmete sich russischen Köstlichkeiten. Finnische Pfannkuchen und Spezialitäten rund um den englischen Apfel bereiteten die Klassen 2a und b.

Ab Klasse 5 hatten die Schüler die Auswahl zwischen musischen, sportlichen, künstlerischen und politischen Projekten. Schüler übernahmen für einen Tag die Patenschaft für einen DaZ-Schüler (Deutsch als Zweitsprache) und zeigten ihnen ihre Stadt. Der Spaß stand im Vordergrund, aber es gab auch ernste Worte zu hören.

Betroffenheit war in den Gesichtern der Schüler zu sehen, als Issa Laurine aus Syrien in der Klasse vor den Jugendlichen stand und von ihrer Heimat, ihrer Flucht und ihrem jetzigen Leben erzählte. Obwohl die 37-Jährige bereits vor 15 Jahren nach Deutschland gekommen ist, leidet sie auch heute noch ständig unter Heimweh. „Ich träume immer davon, wieder zurückzukommen“, sagte die Mutter dreier Kinder, die alle in Deutschland geboren wurden. Issa Laurine war gestern auf Einladung des Vereins Umwelt, Technik, Soziales (UTS) in die Fritz-Reuter-Schule für das Projekt „Betroffene berichten von der Flucht“ gekommen. Fragen beantwortete auch Mohammed Abotaleb aus dem Jemen. Der 34-Jährige hat in Deutschland und England Volkswirtschaft studiert und kehrte 2002 in den Jemen zurück, wo er ein Reisebüro leitete. Bedroht und verfolgt flüchtete er 2015 nach Deutschland – seit Januar lebt er in Eckernförde und unterstützt die Arbeit des UTS als Integrationslotse. Mohammed Abotaleb hat einen positiven Eindruck von den Schülern gewonnen. „Die Schüler sind neugierig. Vor allem wollen sie wissen, wie es in unserem Land weitergeht“, so der Jeninit. Themen waren auch der IS, die Rolle der USA und von Russland. In dem Raum wurde gestern allen Anwesenden deutlich, wie wichtig Frieden und Toleranz für das Zusammenleben von Menschen sind.

„Äthiopische Frauen sind das Schönste, was das Auge zum Schauen bekommt.“ Mit dieser Feststellung verblüffte Ina Blümel die Schüler der Klassen 8 bis 10, die das Projekt „Leben im Krisengebiet“ gemeinsam mit der Klassenlehrerin Siri Scharf anbot. Die freiberufliche Krisenberaterin berichtete von ihren unzähligen Auslandseinsätzen auf allen Kontinenten. So war sie beispielsweise als Beraterin der WHO (Weltgesundheitsorganisation der Uno) in Afrike in der Zeit der Dürre unterwegs.

Eine große Landkarte auf dem Boden half den Schülern, sich geografisch den Ländern zu nähern. Erstaunt waren die Jugendlichen, dass die arabische Sprache in 22 Ländern als offizielle Landessprache gesprochen wird. Auch politische Themen, wie „Gaza und Wasser“ wurden angesprochen.

„Dieses Lied ist für alle Menschen dieser Welt, denn der Text macht überhaupt keinen Sinn“, erklärten die Musiklehrer Charlotte Walther und Philipp Merckelbach, die das Projekt „Spaß mit Musik“ anboten. Die Schüler sangen, tanzten und griffen selbst zu Rhythmusinstrumenten. Egal, ob deutsch oder arabisch – dieses Lied verstand jeder: „Jimba, jiuba, jimba, papakjuska“.

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