zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 15:27 Uhr

Windkraft : Baustopp „erstunken und erlogen“?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Betreiber des Windparks Loose sehen sich mit Bau der Anlage Nummer 5 im Recht / Sie vermuten Verzögerungstaktik durch Konkurrent

Loose | Die umstrittene Windkraftanlage Nummer 5 im Windpark Loose steht mittlerweile – obwohl das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) die Bauarbeiten nach eigener Aussage untersagt hatte (wir berichteten). Nun haben sich die Betreiber des Windparks zu Wort gemeldet. Einen Baustopp gebe es gar nicht, so die Aussage von Sönke Martensen, Jürgen Carl und Dirk Weiland, letzterer ist nicht Betreiber, sondern Verpächter eines Teils des Landes, auf dem die Windkraftanlagen entstehen. Weiland gestern: „Der Baustopp ist erstunken und erlogen.“

„Es gab zwar einen Widerspruch“, erklärte Martensen und bezog sich hierbei auf den zu geringen Abstand des Sockels der Windkraftanlage Nummer 5 zum Nachbargrundstück. „Auf den haben wir aber reagiert und beim LLUR einen Antrag auf Sofortvollzug gestellt.“ Dieser sei am 11. August bewilligt worden, heißt: Die Arbeiten seien genehmigt worden.

Vom LLUR hieß es hierauf, besagter Sofortvollzug sei zwar positiv beschieden worden. Dies habe die Betreiber beziehungsweise die Baufirma jedoch keineswegs dazu berechtigt, die Arbeiten an Anlage Nummer 5 fortzusetzen. Zunächst, so Martin Schmidt, Pressesprecher des Amtes, hätte das Ende eines derzeit laufenden Abweichungsverfahrens abgewartet werden müssen. Durch dieses wird zurzeit der Standort, der um etwas weniger als zwei Meter zu nahe an der Grenze des Nachbargrundstücks liegt, rechtlich abgesichert, heißt: Es wird sich darauf geeinigt, dass die Anlage am derzeitigen Standort gebaut werden und bestehen bleiben darf, was laut Schmidt noch im Verlauf dieser Woche geschehen soll.

Die Betreiber sind jedoch der Meinung, mit dem mittlerweile abgeschlossenen Aufbau der Anlage im Recht zu sein – „auch wenn andere Leute das gern anders gehabt hätten“, so Jürgen Carl, Martensen vermutet: „Es geht auf Seiten der Windkraftgegner wohl eher um Verzögerung und Kostensteigerung.“ Wen Martensen damit vor allem meinte, machte Verpächter Dirk Weiland deutlich: Der besagte Widerspruch wegen des zu geringen Abstands der Anlage zum Nachbargrundstück sei von eben diesem Nachbarn, Peter Kirberg, ausgegangen. Dieser betreibt selbst eine Windkraftanlage auf dem Nachbargelände. Weiland verdächtigt Kirberg, dieser wolle die Konkurrenz auf diesem Wege behindern.

Kirberg hierzu: „Das Grundstück ist nicht meines, sondern das meiner Mutter.“ Diese habe eine so genannte Grenzherstellung, also die Überprüfung des Abstands der Anlage zum eigenen Grundstück, beauftragt und das Ergebnis dem LLUR mitgeteilt. „Jeder Grundstückseigentümer hat das Recht und Interesse, dass die Abstandsvorschriften nach Landesbauordnung gewahrt werden.“ Man könne, so Kirberg in Bezug auf die Arbeiten an der umstrittenen Anlage, „ja nicht einfach vollendete Tatsachen schaffen und sagen: ‚Jetzt ist es da.“ Da ist es aber nun, das Windrad Nummer 5, zusammen mit Nummer 2, 3 und 4. Seit spätestens heute ist laut Martensen Nummer 3 am Netz. Die übrigen drei sollen voraussichtlich im Laufe etwa eines Monats folgen. Gebaut werden muss noch Anlage Nummer 1.

Stellung bezog Verpächter Weiland auch zu älteren Vorwürfen bezüglich der Zerstörung von Vogelnestern und der Missachtung von Brutzeiten verschiedener Vogelarten während der Bauarbeiten an den Windkraftanlagen 2 bis 4. Brütende Vögel oder deren Nester habe es zum Zeitpunkt der Arbeiten nicht beziehungsweise nicht dort gegeben, wo von verschiedenen Gutachtern behauptet, so Weiland.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 23.Aug.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen