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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 03:13 Uhr

Baumkataster : Baumcheck mit Hammer und Bohrer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die zwei ersten Baumkontrolleure im Bauhof bauen ein Baumkataster auf und kontrollieren den Baumbestand

Altenholz | Es war kein einfacher Weg, aber bereut haben Florian Holzer und Lars Henningsen vom gemeinsamen Bauhof der Gemeinden Altenholz und Dänischenhagen ihren Entschluss nicht: Sie haben die Prüfung bestanden und sind nun die ersten zertifizierten Baumkontrolleure beim Bauhof. Rund drei Monate dauerte die Qualifikation, die in mehreren Etappen erfolgte und die beiden aufgrund der Komplexität des Themas nicht leicht fiel.

Florian Holzer, gelernter Gärtner und seit zwei Jahren bei der Gemeinde tätig, konnte sich zwar noch an manches aus seiner Ausbildung erinnern, für Lars Henningsen, gelernter Kfz-Mechaniker und seit dem Jahr 2000 bei der Gemeinde angestellt, war es noch etwas schwieriger. „Besonders die Theorie hatte es in sich“, so der 40-Jährige, wenn er zurückschaut. Die Praxis fiel den beiden leichter. Denn, so Bauhofleiter Andreas Klaedtke, Voraussetzung zur Teilnahme an der Weiterbildung sind entweder eine Ausbildung zum Gärtner oder aber eine mindestens zweijährige Tätigkeit in dem Bereich, was beide erfüllten.

Bislang wurde die Baumkontrolle bei den Pflegearbeiten, die beide bereits vorher durchführten, quasi nebenbei erledigt. Als die Gemeinde dann beschloss, ein Baumkataster anzulegen, entschied man sich gleichzeitig, zwei Mitarbeiter zu zertifizierten Baumkontrolleuren ausbilden zu lassen.

Jetzt sind Holzer und Henningsen damit beschäftigt, sämtliche Bäume der beiden Gemeinden zu erfassen und mithilfe eines Tablet-PC´s das Kataster anzulegen, in dem die Bäume mit Art, Standort, Fälligkeit der Kontrollen und weiteren Daten erfasst werden. „1040 Bäume sind in Altenholz bereits erfasst, insgesamt werden es wohl um die 2000 werden plus zusätzlich etwa 1000 in Dänischenhagen“, so Andreas Klaedtke. Nicht enthalten sind die Bäume in den Waldstücken, so Lars Henningsen.

Neben der Anlage des Katasters werden die Bäume auch auf ihren Zustand hin kontrolliert. Zunächst durch eine Sichtprüfung vom Boden aus. Bei einem Verdacht folgt die eingehende Überprüfung, bei der auch Mal ein Bohrer zum Einsatz kommt. Und auch mit einem schlichten Gummihammer rücken die Kontrolleure ihren „Patienten“ zu Leibe. „Am Ton der Schläge, kann man viel erkennen“, sagte Henningsen. Viele Schäden, ob Pilzbefall oder andere Krankheiten, könnten sie dann durch entsprechende Arbeiten und Pflege selbst beseitigen. Wenn es ganz hart kommt, muss ein externer Sachverständiger her. Und um die Bäume im Bereich der Kronen genauer unter die Lupe zu nehmen, reicht oftmals ein schlichtes Fernglas, im Notfall steht den beiden ein Hubsteiger zur Verfügung.

Die Häufigkeit der regelmäßigen Kontrollen richtet sich unter anderem nach dem jeweiligen Standort, wie Florian Holzer erklärte. „Bäume an Straßen, auf Spielplätzen oder anderen vielfrequentierten Stellen haben oberste Priorität“, so der 21-Jährige. Genug zu tun haben sie auf jeden Fall. „Wir sind momentan fast ausschließlich mit der Erfassung für das Baumkataster und der Kontrolle beschäftigt, für das Alltagsgeschäft bleibt uns eigentlich keine Zeit“, stellte Henningsen fest. Aber mit der Zeit, fügte er hinzu, kommt auch die Routine.

„Ich bin der Gemeinde sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe. Der Weg bis zur Prüfung war zwar manchmal alles andere als leicht, aber ich habe es nie bereut“, so das Fazit von Lars Henningsen. Mit dem Zertifikat, ausgestellt vom Institut für Baumpflege in Hamburg, scheint es, als hätten beide ihren Traumjob gefunden.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 06:33 Uhr

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