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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 23:22 Uhr

Festival : Baltic Open Air verlässt die Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rock-Festival zieht 2017 Jahr auf Flächen am Busdorfer Ortsrand / Wiedersehen mit der umstrittenen Band „Frei.Wild“ / Beste Stimmung trotz Gewittersturm

Noch bevor am Freitag die ersten Bands auf den großen Bühnen ges so richtig loslegten, ließ Daniel Spinler eine kleine Bombe platzen. Denn, so erklärte der Veranstalter des Baltic Open Air: „Es ist das letzte Mal, dass wir hier auf der Freiheit sind.“ Ab dem nächsten Jahr wird das Rock-Festival, das sich längst in der Fan-Szene weit über Schleswig-Holstein hinaus einen Ruf erarbeitet hat, nicht mehr auf Schleswiger Stadtgebiet stattfinden.

Statt am Schleiufer wird dann auf riesigen Koppeln gefeiert. Genauer gesagt auf Flächen, die zwischen Busdorf und Selk liegen, südlich der B  77 Richtung Königshügel. „Für uns heißt es dort ,Wikingerland Haddeby’“, erklärte Spinler, der zugleich schon mehrere hochkarätige Künstler und Bands für die Premiere auf dem neuen Gelände ankündigte. Unter anderem wird dann die Gruppe „Frei.Wild“ auf der Bühne stehen – ein Name, an den sich viele Schleswiger erinnern werden. Denn der Auftritt der Band aus Südtirol beim BOA 2016 war höchst umstritten. Schließlich wird „Frei.Wild“ Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut vorgeworfen. Allerdings hatte deren Frontmann Philip Burger dann in Schleswig von der Bühne aus mehrfach „Nazis raus“ gerufen – und auch damit die Wogen etwas geglättet.

Nun kommt die Band also zurück, obwohl in jüngster Zeit Trennungsgerüchte die Runde machen. Daniel Spinler aber versichert: „Sie machen nur eine Auszeit. Die Band hat fest zugesagt und kommt zum BOA 2017. Es wird ihr einziger Auftritt in Norddeutschland im nächsten Festival-Sommer.“ Neben „Frei.Wild“ ist mit Rockröhre Doro Pesch eine weitere große Nummer der Szene bereits sicher dabei, gleiches gilt für die Band „Megaherz“ sowie – etwas kurios – „Guildo Horn und die orthopädischen Strümpfe“. Weitere „richtige Kracher“ sollen folgen.

Platzgründe nennt Spinler derweil als Hauptgrund für den geplanten Umzug. „Wir sind hier an unsere Grenzen gestoßen. Statt 25 Hektar, die uns hier zur Verfügung stehen, sind es dort rund 70.“ Das sei wichtig, weil das Festival kontinuierlich wachse. „Und das soll auch so weitergehen.“ Für die neuen Flächen habe man für die kommenden Jahre bereits Pachtverträge mit mehreren Landwirten abgeschlossen, auch das Amt Haddeby habe grünes Licht gegeben. Dabei biete das Gelände gleich mehrere Vorteile im Gegensatz zur Freiheit, betonte Spinler weiter: Es liegt direkt an der Autobahn, die Koppeln haben einen geraden und festen Untergrund und zudem liegen sie allesamt direkt nebeneinander. Letzteres sei den Fans sehr wichtig, wie die Veranstalter am Donnerstag wieder hätten feststellen müssen. So habe es viele Beschwerden gegeben, weil die Campingflächen auf der Freiheit, also in direkter Nachbarschaft zu den Bühnen, nur Platz für 3000 Besucher und ihre Zelte und Wohnwagen bieten.

Auch der Gewittersturm in der Nacht zu gestern konnte die gute Stimmung nicht trüben: Das diesjährige Baltic Open Air war ein voller Erfolg. Weit mehr als 10  000 Besucher kamen zu dem dreitägigen Festival. Fans von Rock-Festivals sind einfach hart im Nehmen. Während einige Besucher daraufhin fluchtartig die matschigen Campingflächen verließen, harrten die meisten geduldig aus. „Wir haben die Leute über Facebook und Twitter vor dem Unwetter gewarnt. Das hat offenbar gut funktioniert, denn passiert ist nichts“, erzählte Organisator Daniel Spinler auf Nachfrage. Die meisten Besucher hätten, wie empfohlen, in ihren Autos Schutz vor dem Gewitter gesucht und darin auch andere Fans aufgenommen. Gleichzeitig wurde das Festivalgelände „windfest gemacht“, wie Spinler weiter erklärte.

Nachdem die Anreise am Donnerstag für einige Besucher etwas chaotisch war, herrschte am Freitag und Sonnabend eine ausgelassene und gleichzeitig friedliche Stimmung auf dem Gelände. Nicht nur die großen Stars, wie etwa „Airbourne“, „Within Temptation“ oder Suzi Quatro wurden dabei gefeiert. Auch kleinere Bands, wie etwa „Tears for Beers“ sorgten für gute Stimmung unter den Fans. Besonders hoch her ging es auch, als die AC/DC-Coverband „Barock“ ein regelrechtes Feuerwerk abfackelte. Fast konnte man meinen, die Original-Band stünde auf der Bühne.  

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erstellt am 29.Aug.2016 | 10:33 Uhr

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