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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:39 Uhr

Lichtkomposition : Balsam für die Sinne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Künstlerin Gisela Meyer-Hahn projiziert auf dem Kirchplatz Lichtkompositionen in Baumkronen und aufs Kirchendach.

Eckernförde | Raum – Licht – Farbe – Klang. Gisela Meyer-Hahn vom Atelier Farbton aus Pinneberg bringt diese vier Komponenten miteinander in Verbindung, lässt sie untereinander kommunizieren und sorgt auf diese Weise für ganz neue visuelle und emotionale Eindrücke und Empfindungen. Zu erleben sind diese berührenden Begegnungen der inneren und äußeren Welt im öffentlichen Raum, auf dem Kirchplatz. Die Künstlerin hat acht Musiktitel digitalisiert und sie in Lichtkompositionen umgewandelt, die sie tonlos, aber als Symphonie der Farben über einen Rechner abspielt. Auf diese Weise werden Töne sichtbar. „Man muss sich darauf einlassen, irgendwann kommt man dahinter“, sagt Gisela Meyer-Hahn. Wer feinfühlig genug ist und die Fähigkeiten besitzt, Farben als Töne und Töne als Farben wahrzunehmen, dürfte innerlich wahre Konzerte erleben. In der Wissenschaft heißt das Synästhesie – Farben werden nicht nur über die Augen, sondern auch über das Gehör wahrgenommen und vor dem inneren Auge zu Farben – und umgekehrt. Geschätzt ist jeder 2000. Mensch zu synästhetischen Wahrnehmungen fähig.

Aber auch, wer äußere Eindrücke über die normalerweise dafür zuständigen Sinnesorgane aufnimmt und die synästhetische Fähigkeit (noch) nicht hat, wird staunen, welche Farbspiele ihn auf dem Kirchplatz erwarten. Zu sehen sind diese an den beiden kommenden Samstagen von 18 bis 24 Uhr während der beiden Langen Nächt der Musik sowie Tanz und während des Eckernförder Weihnachtsmarkts vom 25. November bis 31. Dezember täglich von 16 bis 22 Uhr. Zu sehen – und hören, wenn es denn klappt – sind acht Lichtkompositionen, die Gisela Meyer-Hahn bestimmten Liedern zugeordnet hat. Darunter auch die auf Eckernförde und das Wappentier zugeschnittene Produktion „Welle und Eichhörnchen“. In 7 Minuten und 33 Sekunden wird aus den 13 an den Stämmen befestigten LED-Scheinwerfern ein buntes Farbenspiel ins Geäst und restliche Blätterwerk der Platanen sowie auf das Dach und den Kirchturm der Nicolai-Kirche projiziert. Die weiteren lichttechnisch aufgearbeiteten Stücke der Lichtkompositionen heißen Lichtprolog_2, Light my light, Lichtprolog, Abstrakt, Light my light_2, Der Mond ist aufgegangen und Stille Nacht, heilige Nacht.

Das Anliegen der Künstlerin ist es, die Menschen „in unserer virtuell lauten Welt ein bisschen zum Innehalten zu bewegen“. In Dithmarschen hat sie aus „rot blinkenden Monstern“ – gemeint sind Windmühlen – Farbobjekte gemacht. Meyer-Hahn ist auch international gefragt und gerade von der Welt-Farbenkonferenz aus Santiago de Chile, wo sie einen Vortrag gehalten hat, zurückgekehrt.

Die Stadt Eckernförde und die Touristik haben eine Lichtprojektionsanlage erworben und möchten auch künftig für neue Akzente im Stadtbild sorgen, wie Andrea Stephan und Hans-Peter Möller sagten.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 06:53 Uhr

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