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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 13:54 Uhr

Schülerfirma „connECKt“ : Anteile verdreifacht und ein Statement für Integration

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Schülerfirma „connECKt“ zahlt die Anteilseigner aus: der Einsatz hat sich verdreifacht. Vor der Auflösung gab’s viel Lob für die Projektidee und den Landessiegertitel.

Eckernförde | Ein erfolgreiches Jahr auf unternehmerischem Parkett liegt hinter den Jungmannschülern des WiPo-Kurses von Jessica Behrens. Mit ihrer Schülerfirma „connECKt“, die mit Flüchtlingen Rezepte entwickelt, gekocht und daraus drei Back- und Kochbücher auf den Markt gebracht hat, sind sie am 26. April Landessieger beim Junior-Wettbewerb des Instituts der deutschen Wirtschaft geworden und haben beim Bundesfinale am 22. Juni in Berlin den 4. Platz belegt. Am Dienstagabend bei der zweiten Hauptversammlung legte die Schülerfirma letztmals Rechenschaft ab, blickte auf ein „Super-Jahr“ und einige „Meilensteine“ zurück, zahlte die 88 Anteilseigner aus und wird nun turnusmäßig aufgelöst. Viele Eltern, Anteilseigner, aber auch Freunde, Projektpartner und Lehrer gratulierten in der Aula der Jungmannschule zum großen Erfolg der jungen Unternehmer. Die Anteilsscheininhaber konnten sich freuen: ihr Investment „connECKt“ hat sich verdreifacht – für 10 Euro Einsatz gab es 30 zurück. So richtig reich wurden sie aber nicht, die Schülerfirma hatte die Ausgabe auf ein Zertifikat pro Person begrenzt.

Egal, darum ging es den Beteiligten auch nicht. Im Fokus stand die integrative Kraft der Projektidee, das operative Geschäft, der Vertrieb und die Präsentationen beim Landes- und Bundeswettbewerb. Und dafür gab es am Dienstagabend Lob von allen Seiten. Die drei Bücher „Grenzenloses Backen“, „Grenzenloses Kochen“ und International ConnECKting“ – ein bilinguales Back- und Kochbuch – haben sich insgesamt 1053 mal verkauft. Dass unter dem Strich nicht ganz so viel Gewinn übrig blieb, lag vor allem an 150 fehlerbehafteten Mängelexemplaren von „International ConnECKting“, die nicht vertriebsfähig waren. So konnten nur 22 Exemplare regulär abgesetzt werden, jedes Buch sorgte mit 111,53 Euro für ein dickes Minus auf dem Unternehmenskonto.

Aber das war’s dann auch mit Negativerfahrungen. Die Idee, gemeinsam mit Flüchtlingen deren Rezepte zu kochen, das Ganze zu dokumentieren und in Form dreier Bücher zu verkaufen, sorgte überall für Begeisterung. Aber nicht der maximale wirtschaftliche Erfolg stand im Mittelpunkt, sondern der sozial-gesellschaftliche Ansatz – die Integration von Flüchtlingen. Stefanie Sommariva, Mutter von „connECKt“-Redaktionsleiterin Katharina, brachte es in ihrer Rede auf den Punkt: „Ihr habt nicht nur ein Produkt verkauft, sondern ein Statement abgegeben. Ihr seid nicht nur die Sieger der Herzen, sondern die Sieger für uns alle.“ Auch Schulleiter Sebastian Klingenberg nutzte die Gelegenheit, den engagierten Schülern zu gratulieren. „Es war ein großes Projekt, aber ohne große Bugwelle.“ Die Schüler hätten sich nicht übermäßig in den Mittelpunkt gestellt und ihr Projekt sehr professionell und kommunikativ abgearbeitet. „Wir müssen uns keine Sorgen um eure Zukunft machen“, lautete sein Fazit.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 06:29 Uhr

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