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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 18:38 Uhr

Hund oder Wolf? : Angriff auf Lämmer ist noch immer ungeklärt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zwei verletzte Lämmer sind auf dem Weg der Besserung / Stallpflicht sorgt für zusätzliche Aufregung

Haby | Das endgültige Ergebnis steht noch aus. Bis das Ehepaar Ute und Peter Furck exakte Gewissheit darüber hat, wer oder was die drei Lämmer gerissen hat, müssen sie noch einige Tage warten. Das zuständige Labor in Neumünster analysiert derzeit noch die DNA-Proben, die der Wolfsbetreuer am 11. November von einem der Tiere genommen hat. „Alle Indizien sprechen aber für einen Hund“, sagt Peter Furck. Ein Wolf hätte sich vermutlich mit einem Tier begnügt, so der Habyer Schafzüchter. Doch das Tier, das auf der Koppel ein Schlachtfeld hinterlassen hat, hat gleich drei Lämmer übel zugerichtet. Eines davon, Luise, musste der Tierarzt vor Ort einschläfern, die beiden anderen kämpften lange um ihr Leben. „Ich glaube aber, sie kommen durch“, sagt Ute Furck. Tiefe Bissspuren hatten die Tiere am ganzen Körper, vor allem die am Schädelbereich sind immer noch bedrohlich. „Die Ohren sind kaum noch durchblutet“, sagt Peter Furck. Es sei nicht auszuschließen, dass die Ohren entfernt werden müssen.

Irgendwann zwischen 9.30 und 14 Uhr muss das Tier zugeschlagen haben. Die Furcks hatten die vier rund sieben Monate alten Lämmer von den erwachsenen Tieren getrennt, ließen sie auf der umzäunten Koppel laufen. Als Ute und Peter Furck dann wieder auf ihren Hof zurückkehrten, hörten sie schon Schaf „Ziege“ lauthals blöken. Ziege, ein Mix aus Rauwolligem und Bentheimer Landschaf, war unverletzt. Ein anderes Schaf torkelte, als Peter Furck es anfasste, waren seine Hände voller Blut. Die anderen, zwei Pommersche Landschafe, mussten die Furcks erst suchen, fanden sie etliche Meter auf dem Grundstück entfernt. Eines lag im Obstgarten, auch hier überall Blut, „Wollfetzen waren rundherum verteilt“, erinnert sich Peter Furck. Schaf „Luise“ lag nahe des Teiches. Ihre Nase war total zertrümmert. Der Tierarzt, der sofort gerufen wurde, musste es einschläfern.

Wenn es ein freilaufender Hund gewesen ist, dann muss er über die ein bis 1,50 Meter hohe Umzäunung gesprungen sein, sowohl beim Eindringen in die Koppel als auch beim Verlassen. Dass der Besitzer des Hundes von alledem nichts mitbekommen haben will, können Peter und Ute Furck nicht glauben. „Die Schnauze muss ganz blutig und voller Wolle gewesen sein“, sagen die Habyer.

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Gesche Clasen haben die beiden ein Schreiben an alle Einwohner verteilt. Darin berichten sie von dem Unglücksfall und hoffen auf Hinweise. „Wir hoffen, dass der Hundebesitzer so viel Rückgrat hat und sich meldet“, sagt Peter Furck, der durchaus nachvollziehen kann, dass jeder, auch noch so gut erzogene Hund, seinem Jagdtrieb nachgehen kann. „Jeder Hundebesitzer kann aber auch nachfühlen, wie sehr es trifft, wenn ein Tier schwer verletzt oder getötet wird, dass man von klein an aufgezogen hat“, betont er.

„Zum Glück galt aufgrund der Vogelgrippe Stallpflicht für das Geflügel“, sagt Furck. Denn wären die Hühner, Enten und Gänse draußen herumgelaufen, wäre die Tragödie wohl schlimmer ausgefallen. Aber so müssen die rund 40 Hühner, fünf Enten und zwei Gänse bis auf Weiteres im Stall bleiben. Nicht leicht für die Zweibeiner, die sonst auf dem Hof der Furcks viel Auslauf gewohnt sind. „Ich hatte nur kurze Zeit vorher eine zweite große Voliere gebaut,“ sagt Peter Furck. Ärgerlich über die Stallpflicht ist auch der Habicht. „Den sehe ich jetzt fast täglich mit traurigem Blick die Volieren beobachten“. 
>www.schafhof-haby.de

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erstellt am 22.Nov.2016 | 06:52 Uhr

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