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Eckernförder Zeitung

02. Dezember 2016 | 23:22 Uhr

DER SCHLEPPER WARTET SCHON : Andreas Gayk: Abschied am Tag der Deutschen Einheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Montag geht es von der Ostsee in die Schlei. Der ehemalige Butterdampfer soll am nach Arnis geschleppt werden.

Ein unrühmliches Kapitel des Eckernförder Hafens nähert sich dem Ende. Der ehemalige Butterdampfer Andreas Gayk verlässt endgültig Eckernförde. Seit gestern Mittag hat der Schlepper NOK 1 aus Kiel-Holtenau vor dem ehemaligen Fahrgastschiff festgemacht. Seine Aufgabe: Die Andreas Gayk in die Schlei zu verschleppen. Auftraggeber ist der Eigner Rieke Boomgaarden. Mit der Beauftragung erfüllt er seinen Teil des Vergleichs, der vor Monaten vor dem Landgericht zwischen ihm und den Stadtwerken ausgehandelt worden war (wir berichteten).

Der Inhalt des Vergleichs: Sollte die Andreas Gayk bis zum 30. September den Stadthafen verlassen, verzichten die Stadtwerke als Betreiber des Hafens auf die bis dahin fälligen Liegegebühren in Höhe von 22  500 Euro.

Zwar ist die Frist seit gestern verstrichen, Boomgaarden erhält trotzdem keine Zahlungsaufforderung. „Die Vereinbarung zwischen uns und Rieke Boomgaarden enthält eine Schlechtwetterklausel“, sagte Dietmar Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke, auf Nachfrage. Gestern ließen die Witterungsbedingungen ein Abschleppen nicht zu. „Bei dem Wetter schleppen wir nicht“, erklärte Klaus Klement, Geschäftsführer und Kapitän der Firma Küstendienst, die den Schlepper stellt. Dieser verfügt über eine Zugkraft von acht Tonnen. Geplant ist die Verschleppung mit dem Zielhafen Arnis jetzt für Montag, 3. Oktober, „sobald das Wetter es zulässt“, sagte Klement.

Rieke Boomgaarden selbst wollte sich nicht zur Verschleppungsaktion gegenüber unserer Zeitung äußern. „Ein Teil der Vereinbarung zwischen mir und den Stadtwerken unterliegt dem Stillschweigen“, so Boomgaarden, der in der Ratsversammlung das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden des Bürger-Forums bekleidet.

Stellung bezog aber der Geschäftsführer der Stadtwerke, Dietmar Steffens. Angesichts der „ungesicherten Zukunft der Andreas Gayk“ habe der Aufsichtsrat in dem Vergleich einem Forderungsverzicht auf die fälligen Liegegebühren zugestimmt – unter der Bedingung, dass Boomgaarden die Andreas Gayk aus dem Hafen entfernt. Jegliche Zukunft in Eckernförde schließt Steffens für dieses Schiff aus: „Ein Zurückschleppen kommt nicht infrage. Sollte es ein neuer Eigner versuchen, wird die Hafenverwaltung den Eigner für sämtliche Kosten haftbar machen.“ Das bedeutet für das Schiff. „Die Andreas Gayk hat Einlaufverbot.“

Seit Dezember 2011 liegt die Gayk in Eckernförde. Die Auseinandersetzungen zwischen Schiffseigner Rieke Boomgaarden und den Stadtwerken datieren bis ins Jahr 2013. Zu diesem Zeitpunkt lief erstmals die Liegeplatzgenehmigung ab, deren Frist zweimal, bis 31. August 2014, verlängert wurde. Jegliche Versuche, das Schiff wieder fahrtüchtig zu machen, schlugen fehl. Die Gayk verlor die Liegeplatzgenehmigung, die Stadtwerke erhoben Zahlungsklage.

Nach Kenntnis unserer Zeitung verlässt die Andreas Gayk am Montag den Hafen, um in Arnis in die Werft zu gehen.

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