zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Besser geht’s nicht : Abi mit 0,7

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bendix Sibbel erreicht 899 von 900 Punkten im Abitur.

Eckernförde | Bendix Sibbel ist ein ganz normaler Schüler. Mit einer Ausnahme: Er hat in dieser Woche an der Jungmannschule das beste Abitur abgelegt, das je ein Schüler an der Schule erlangt hat. Von 900 möglichen Punkten erreichte der 19-Jährige 899 Punkte und gehört damit zu den besten Abiturienten Deutschlands. Zwei Jahre lang hatte er in jedem Fach die Bestnote, nur einmal hatte er in Englisch statt einer 1+ (15 Punkte) „nur“ eine 1 (14 Punkte). Sein Notendurchschnitt beträgt 0,7.

Wer so gut in der Schule ist, kann doch eigentlich nur ein Streber sein – sollte man denken. Doch weit gefehlt. Bendix Sibbel sitzt nicht den ganzen Tag über den Büchern. Er ist viel mit seinen Freunden unterwegs, spielt Tennis und feiert auch gern.

„Es hängt viel mit der Arbeitseinstellung zusammen“, versucht er seinen Erfolg zu erklären. Dabei wirkt er ruhig und zurückhaltend, gar nicht überheblich. Das hat ihm den Respekt seiner Mitschüler gebracht. „Er lässt es nicht so raushängen, dass er so viel auf dem Kasten hat“, sagt einer von ihnen.

„Fleiß gehört natürlich dazu“, sagt der Abiturient. „Ich muss mich schon vor einer Klausur hinsetzen und den Stoff verinnerlichen.“ Dabei sporne ihn eine gute Note auch an, nur: Wo andere schwer arbeiten müssen, um mathematische Formeln oder biologische Zusammenhänge nachvollziehen und verstehen zu können, fliegt Bendix die Erkenntnis oftmals einfach so zu, was wieder Zeit für Partys zulässt. Interesse für alle möglichen Themen aufzubringen, ist das Stichwort. „Ich kann mich einfach selbst begeistern.“ Dabei hat er nicht immer Spaß beim Lernen, „aber wenn man weiß, was dabei rauskommt, ist das nicht so schlimm“.

Seine schlechteste Note während der gesamten Schulzeit? „Einmal 10 Punkte in einer Klausur (2-), und in der vierten Klasse habe ich in Kunst mal eine 5 für ein Bild bekommen.“ Das Scheitern scheint er also nicht zu kennen. Doch da muss er lachen: „Wir sind Tabellenletzter beim Tennis und haben trotzdem Spaß.“

Bendix hat das WiPo-Profil (Wirtschaft und Politik) belegt, zu dem Mathe, Deutsch und Englisch mit einem erhöhten Anforderungsniveau und Erdkunde und Geschichte auf Grundkursniveau gehören. Besonders Wirtschaft hat es ihm angetan. Mit dem Europäischen Jugendparlament war er zur Diskussion über politische und wirtschaftliche Themen in Rumänien, mit Rauteck haben er und seine Mitschüler die beste Schülerfirma Europas geführt. Kein Wunder also, dass er sich für eine private Wirtschaftsuniversität in Koblenz beworben hat und auch angenommen wurde. Sein Ziel: ins Management eines größeren Unternehmens einzusteigen.

Ganz normale Träume also von einem ganz normalen Abiturienten. Wäre da nicht sein Vorbild: Während seine Mitschüler für Sportler oder Musiker schwärmen, hängt bei dem Sohn von Eckernfördes Bürgermeister ein Autogramm von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt an der Wand, mit dem Bendix „sympathisiert“, wie er sagt. Im 11. Jahrgang hielt er ein Referat über die PKW-Maut und kam in Kontakt mit dem damaligen CSU-Generalsekretär und dessen markigen Sprüchen. „Er ist eine kontroverse Persönlichkeit“, sagt Bendix Sibbel. „Ein persönliches Treffen wäre ein Highlight.“

Bendix Sibbel ein ganz normaler Schüler? Nicht ganz.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 02.Jul.2016 | 05:48 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen