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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:34 Uhr

Freiwilligendienst in Kabodscha : Ab ins Ausland – nach dem Abi erst mal weg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abiturient Jako Roder aus Güby engagiert sich auf dem asiatischen Kontinent

Mit dem bestandenen Abitur eröffnen sich für junge Menschen vielfältige Möglichkeiten. Spannende Ausbildungsberufe und abwechslungsreiche Studiengänge warten auf die Absolventen. Und doch sehnen sich viele von ihnen nach zwölf oder dreizehn Jahren Schulzeit zunächst nach etwas anderem. Sie wollen ihre neue Freiheit nutzen, um Menschen, denen es weniger gut geht, auch in den entlegensten Winkeln der Welt zu helfen.

In Zusammenarbeit mit dem Weltwärts-Freiwilligendienst und dem DRK als Entsendeorganisation ist Jako Roder aus Güby seit neun Monaten in Kambodscha unermüdlich für Bildung und humanitäre Zwecke im Einsatz. Unweit der Hauptstadt Phnom Penh lebt er mit anderen Freiwilligen in einem Haus der SCAO (Save Poor Children in Asia Organization), die es sich zum Ziel gemacht hat, benachteiligten Kindern und in Ausnahmefällen auch Erwachsenen den Zugang zu kostenloser Bildung in sicherer Atmosphäre zu ermöglichen. Aktuell stellt die Organisation zwei Schulen zur Verfügung – eine dritte befindet sich in der Bauphase. Die Bildungseinrichtungen mit 170 und 130 Plätzen werden durch Spenden finanziert. Die Lehrkräfte, die sie zusammen mit den Freiwilligen leiten und koordinieren, erhalten eine Aufwandsentschädigung oder verzichten freiwillig auf einen monetären Gegenwert für ihre Arbeit mit den Schülern.

„Das Hauptaugenmerk liegt auf den Kindern, die unter sehr ärmlichen Bedingungen aufwachsen“, erzählt Jako, der sein Abitur an der dänischen A.-P-Møller-Skolen in Schleswig gemacht hat. „Aber wir schicken auch niemanden wieder weg. Wer zu uns kommt, darf am Unterricht teilnehmen“, so der 21-Jährige. Die Arbeit mache viel Spaß, sei aber nicht immer leicht. Vor allem in Zeiten, in denen wenige Freiwillige vor Ort sind, seien die Arbeitszeiten sehr lang. „Als wir abgesehen von den kambodschanischen Lehrern nur zwei Personen waren, haben wir pro Tag acht Stunden unterrichtet. Die Vorbereitungszeit kam noch hinzu“, so der junge Mann, der inzwischen auch schon die Verantwortung für die neuen Helfer trägt und sie mit ihren Aufgaben vertraut macht. Trotzdem genießt Jako seine Zeit in der Fremde, die für ihn inzwischen ein zweites Zuhause ist. „Man erlebt unglaublich viel und gewinnt neue Perspektiven – auch für das eigene Leben“, sagt er.

Schnell hat Jako, der nach seinem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr im Eckernförder „Haus“ absolviert hat, in Kambodscha Kontakte geknüpft und vermittelt seinen Schülern mit viel Freude die englische Sprache und den Umgang mit Computern. Auf diese Weise soll ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben fernab von Kriminalität, Kinderarbeit und Prostitution ermöglicht werden. Mit diesen Gefahren sehen sich Heranwachsende in dem vorwiegend buddhistischen Staat noch immer konfrontiert. Um sich in der Kultur zurechtzufinden, müsse man vor allem offen für Neues sein, betont er. „Natürlich habe ich viel gelesen und einige Filme gesehen, aber nichts konnte mich auf das, was ich hier antraf und erleben durfte, vorbereiten“, resümiert der Freiwillige.

Auch wenn er vor allem in der Anfangszeit hin und wieder Heimweh hatte, bereut er seine Entscheidung für das Jahr in Asien nicht. „Die Schüler geben so viel zurück. Sie kommen nach dem Unterricht zu mir und bedanken sich. Hier habe ich angefangen, mich zu fragen, warum man nicht auch den eigenen Lehrern einfach öfter Danke gesagt hat“, meint Jako. Die Vorstellung an seine Rückreise nach Deutschland im August bereitet ihm schon jetzt widersprüchliche Gefühle. Zuhause warten zwar seine Familie und Freunde auf ihn, doch auch in Kambodscha hat er viele Menschen getroffen, die er sein Leben lang nicht vergessen wird. Vom ersten Tag an wurde er mit offenen Armen empfangen und von ihnen zu ihren Festen eingeladen. „Noch kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen wird, von hier weg zu gehen“, so Jako.

Wer sich auch für eine Teilnahme an diesem oder ähnlichen Projekt interessiert, findet Informationen zum Ablauf und zur Finanzierung unter www.ausland.org und www.savepoorchildreninasia.org.  

>www.weltwaerts.de


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erstellt am 02.Jun.2016 | 12:05 Uhr

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