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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Hochwasserschutz : 470000 Euro für Hochwasserschutz?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dorfstraße soll überschwemmungssicher gemacht werden / Bauausschuss erwägt zwei unterschiedlich teure Varianten

Dänischenhagen | Im Mittelpunkt der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses stand die Überschwemmungsgefahr auf dem Tiefpunkt der Dorfstraße. Die Hauck-Ingenieurberatung legte dem Ausschuss zwei Vorschläge vor, um die Dorfstraße und ihre Anwohner bei Starkregen künftig vor Überschwemmungen zu schützen.

In ersten Gesprächen mit der Verwaltung hatte das Büro offensichtlich den Eindruck gewonnen, dass die Gemeinde ausschließlich an eine Zwischenspeicherung des Regenwassers unter der Erde denkt. Beide Vorschläge haben Abwasserrohre von 1,2 Metern Durchmesser unter der Dorfstraße zum Inhalt. Derzeit liegen dort Abwasserrohre mit einem Durchmesser von lediglich 0,3 Meter. Die beiden Vorschläge unterschieden sich ausschließlich in der Größe des Projektes. Würde die kleinere der beiden Lösungsvorschläge umgesetzt, bedeutete dies den Schutz bei Starkregenereignissen, wie sie einmal in zehn Jahren vorkommen. Die größere Variante würde nach jetzigem Erkenntnisstand auch Schutz bei Starkregenereignissen bieten, die in 50 Jahren einmal auftreten. Die Zehn-Jahresvariante würde die Gemeinde mindestens 225  000 Euro kosten, die 50-Jahresvariante mindestens 470  000 Euro.

Im Ausschuss war man sich weitestgehend einig, dass die Zehn-Jahresvariante nicht ausreicht. „Die Niederschlagsereignisse kommen dichter. Was heute ein 50-jähriges Ereignis ist, kann in Kürze schon ein dreißigjähriges Ereignis sein“, so ein Ausschussmitglied. Zwei Gründe, die gegen eine Zwischenspeicherung des Regenwassers in Rohren unter der Dorfstraße sprechen, wurden von den Ausschussmitgliedern immer wieder genannt. Neben den hohen Kosten – Geld, das die Gemeinde nicht einfach übrig hat – war es die Verkehrssituation, die den Gemeindevertretern bei einer solchen Baumaßnahme Sorgen bereitete. Denn die kleine Lösung würde zwei Monate Vollsperrung bedeuten, die große sogar vier Monate Vollsperrung der Dorfstraße. Der gesamte Verkehr – einschließlich Bus- und Lkw-Verkehr – müsste weiträumig über schmale Straßen umgeleitet werden.

Nach einer langen Diskussion wurde das Ingenieur-Büro gebeten, bis zur nächsten Sitzung im Februar 2017 Alternativvorschläge vorzulegen. Der Finanzausschuss hatte bereits vor dem Bau- und Umweltausschuss getagt und 600  000 Euro für die 50-Jahre-Variante in den Haushaltsentwurf eingestellt. Jetzt muss der Gemeinderat entscheiden, ob diese Summe so im Haushalt 2017 beschlossen oder im Vorgriff auf eine kostengünstigere Variante, reduziert wird.

Eine längere Diskussion gab es auch zur Haushaltsanmeldung der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenhof in Höhe von rund 11  000 Euro. Konsens bestand darüber, dass die Gemeinde der Feuerwehr die für ihre Einsatzfähigkeit nötige Ausrüstung zur Verfügung stellen muss. Die Haushaltanmeldung hatte jedoch auch 3000 Euro für eine neue Küche, einen Grill, Kappen und T-Shirts beinhaltet. Ausschussvorsitzender Tim Gabrys (CDU) gab zu bedenken: „Zwei Wehren, die 5 Kilomete auseinanderliegen brauchen nicht zwei Küchen.“ Eine Nachfrage des Ausschussvorsitzenden zu den strittigen Gegenständen hatte der Wehrführer bis zum Sitzungstermin noch nicht beantwortet. Der Ausschuss beschloss einstimmig, bei einer Enthaltung die strittigen 3000 Euro der Haushaltsanmeldung zurückzustellen, bis mehr Informationen dazu vorliegen.

Dem Ausschuss lag eine Beschlussvorlage zur „Standfestigkeitsprüfung der Holzmasten für die Straßenbeleuchtung in der Kirchenstraße Dänischenhagen“ vor. Diese Masten sind inzwischen 40 Jahre alt. Eine Prüfung solle Aufschluss darüber geben, „in welchem Zeitraum die Masten ersetzt werden müssen, bzw. alternativ über das Verlegen von Erdkabeln / Aufstellung von Lampenmasten nachgedacht werden muss“, heißt es in der Begründung zum Beschlussvorschlag. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag nicht. Die rund 1800 Euro für die Prüfung könne man sparen und für neue Masten verwenden, so ein Gemeindevertreter. Zunächst solle die Verwaltung mit dem Eigentümer des Reitstalles und anderen Betroffenen sprechen, um eine gemeinsame Lösung für alle Interessenten zu finden. Eine solche sei für alle Beteiligten kostengünstiger als Einzellösungen. Die Beschlussvorlage wurde vertagt.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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