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Lokales

08. Dezember 2016 | 03:13 Uhr

Naturschutz : Die Wedeler Au soll Tempo aufnehmen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Nabu und zahlreiche freiwillige Helfer arbeiten während des Bachaktionstags am Flußlauf.

Wedel | „Jedes Grad unter fünf Grad hat uns wohl einen Teilnehmer gekostet“, scherzte Thomas Eckhoff, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe Hamburg-West des Naturschutzbundes (Nabu). Eigentlich hatten sich 45 Helfer zum Bachaktionstag an der Wedeler Au angemeldet. Gekommen waren am Ende 35. „Da mache ich aber keinem einen Vorwurf, wenn ältere Menschen oder Kinder bei den Temperaturen nicht mit anpacken“, sagte Eckhoff.

Dabei gab es viel zu tun. Etwa 80 bis 100 Meter Flusslauf der Wedeler Au zwischen der Kriemhildstraße und dem Sandmoorweg hatten sich die Naturschützer am Sonnabend vorgenommen, um das Gewässer mit Höhen und Tiefen neue zu strukturieren. Sie schlugen Pfähle ein, befestigten Totholz und schütteten an den Ufern Kies auf, um den Lauf der Wedeler Au zu verengen und zu beschleunigen. „Die Wedeler Au ist hier drei bis vier Meter breit, aber teilweise nur zehn Zentimeter tief“, erläuterte Eckhoff, der den Bachaktionstag koordinierte. Dadurch sei die Fließgeschwindigkeit gering und Sedimente würden sich absetzten. „Der Bach verstopft sich quasi selbst“, sagte der Naturschützer und ergänzte: „Wenn man die Breite halbiert, erhöht sich die Fließgeschwindigkeit und die Ablagerungen werden weggespült.“

Das Bezirksamt Altona hatte die Planung in Abstimmung mit dem Nabu durchgeführt. „Das ist eine sehr gute Kooperation. Es klappt super, die Stimmung der Helfer ist gut und alle sind motiviert und engagiert“, freute sich Markus Brüning, Sachbearbeiter im Bereich Wasserwirtschaft des Bezirksamts Altona. Dieses hatte die Planung angestoßen. Die Umsetzung wurde von einem Ingenieurbüro geplant. „Jeder weiß genau, was er zu tun hat“, erläuterte Eckhoff und zeigte auf einen der Pläne, die den Bachlauf und die Änderungen in dem jeweils vorhandene Teilstück zeigten. Während der Nabu Helfer und Ausrüstung wie Eimer, Schubkarren, Sägen und vor allem wasserdichte Kleidung stellte, lieferte das Bezirksamt das Material. 14 Tonnen Kies, vier Tonnen Findlinge und zehn Kubikmeter Totholz wurden am Sonnabend verarbeitet.

Akzeptanz bei Anwohnern

„Wir wollen, dass das Wasser schneller fließt, aber auch entsprechende Verstecke für Tiere bieten oder Plätze zum laichen“, sagte Eckhoff und ergänzte: „Die Kleinstlebewesen sind Nahrung und die Grundlage für unsere Gewässer.“

Mitlerweile sei die Akzeptanz bei Anwohnern für derartige Maßnahmen groß. „Früher sollte ein Fluss wie ein Vorgarten sein. Ordentlich, sauber und aufgeräumt. Da haben wir viel Aufklärungsarbeit geleistet“, so Eckhoff. Etwa 90 Prozent der Anwohner würden den Sinn der Arbeiten verstehen. „Einige müssen halt immer meckern“, sagte er lachend.

Auch im kommenden Jahr will das Bezirksamt die Zusammenarbeit mit dem Nabu fortsetzen. „Ob wir dann das nächste Teilstück der Wedeler Au oder einen anderen Bereich angehen, ist aber noch nicht entschieden“, sagte Brüning. „Es sind kleine Mosaiksteine, die im Lauf der Jahre etwas Tolles entstehen lassen“, bilanzierte Eckhoff.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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