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Im Eiltempo : Zum Gesellen in eineinhalb Jahren

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ausbildung zum Schornsteinfeger in Bokholt-Hanredder: Ramon Stemmann besteht nach nur 1,5 Jahren seine Prüfung.

Bokholt-Hanredder | Was normalerweise drei Jahre dauert, hat er in der Hälfte der Zeit geschafft: Ramon Stemmann (24) hat seine Ausbildung zum Schornsteinfeger-Gesellen in nur eineinhalb Jahren abgeschlossen. In Schleswig-Holstein sei das bislang einzigartig, sagt sein Chef, der Schornsteinfegermeister Ralf Gallert, der seinen Betrieb in Bokholt-Hanredder hat. Die Handelskammer habe ihm das bestätigt. „Und auch in anderen Bundesländern ist das nicht gang und gäbe.“ Der Meister ist stolz auf die Leistung seines mittlerweile ehemaligen Auszubildenden: „Davor ziehe ich meinen Hut“, so Gallert.

Stemmann, der in Hamburg geboren wurde und nun in Kiebitzreihe wohnt, hatte Ende Februar seine Ausbildung beendet. Die theoretische Prüfung habe er mit einer drei, die praktische Prüfung mit einer zwei bestanden. Dass er die Ausbildung verkürzen würde, habe schon zu Beginn seiner Lehrzeit festgestanden, erzählt er. „Es gibt Voraussetzungen bei der Handwerkskammer, unter denen das möglich ist.“ Der angehende Lehrling müsse über 21 sein und eine bereits bestehende Berufsausbildung haben. Beides traf auf ihn zu, denn er habe bereits eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann gemacht, so Stemmann. Daher sei sein Vertrag bei Ralf Gallert auf zwei Jahre festgeschrieben worden. „Es ist eine verkürzte Ausbildung, die aufgrund sehr guter Leistungen dann noch einmal verkürzt worden ist“, so Stemmann.

Es sei eine große Herausforderung gewesen, die Ausbildung in so kurzer Zeit zu absolvieren, berichtet der Kiebitzreiher weiter – auch zeitlich. Denn Teile der Ausbildung fanden unter anderem in Meldorf und Flensburg statt. Die Zwischenprüfung habe er bereits nach einem dreiviertel Jahr absolviert. „Je schneller man durchkommt, desto interessanter ist es auch“, sagt Stemmann. „Und es ist auch ein finanzieller Aspekt dabei“, ergänzt Gallert. Je schneller der Lehrling in den Beruf komme, desto eher könne er als Geselle arbeiten und sich auch weiterentwickeln.

In einem Familienunternehmen wie dem in Bokholt-Hanredder sei es grundsätzlich einfacher, die Ausbildung zu verkürzen, so Gallert weiter. Er und sein Team seien für die Gemeinden Bokholt-Hanredder, Bullenkuhlen, Kölln-Reisiek, Bevern, Ellerhoop sowie Teile von Groß Offenseth-Aspern, Barmstedt, Elmshorn und Tornesch zuständig. Das Gebiet sei ländlich und das spiegele sich auch in der Technik wider. Etwa jedes dritte Haus in seinem Bereich verfüge über eine Holzfeuerung wie einen Kamin oder sogar eine mit Holz betriebene Zentralheizung, so Gallert.

Der Beruf erfordere dabei viel Wissen im mathematischen, chemischen und physikalischen Bereich. Aber auch mit Gesetzen und Verordnungen müsse sich ein Schornsteinfeger auskennen. Auch den Kundenkontakt müsse man mögen, so Gallert. Seine Hauptaufgaben seien über das Jahr verteilt die Abgaswege-Überprüfung sowie das Fegen von Ruß-Rückständen, erzählt Stemmmann. Hinzu kämen Beratungen, unter anderem darüber, wie Verbraucher Energie einsparen können. Auch bei besonderen Ereignissen wie dem Schornsteinbrand in Langeln waren die Schornsteinfeger vor Ort.

Beruflich will sich Stemmann in den nächsten Jahren weiterentwickeln: „Ich möchte den Meister machen“, sagt er. Als Geselle arbeitet er derzeit weiter in Bokholt-Hanredder. Nebenher will er sich nach der Ausbildung auch wieder der Personalplanung und Organisation bei Veranstaltungen widmen. In seiner Freizeit ist der 24-Jährige politisch aktiv. Er sitzt als parteiloser Ratsherr im Kiebitzreiher Gemeinderat. Zudem interessiere er sich für Technik und Wirtschaft. Den Job als Schornsteinfeger schätze er sehr: „Der Beruf ist sehr interessant und zu empfehlen.“

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erstellt am 16.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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