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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 23:02 Uhr

Neue Bürgerinitiative in Barmstedt : Ziel: Innenstadt ohne Autos

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die neue Bürgerinitiative „Barmstedt bewegt sich“ will den Innenstadt-Bereich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.

Ein Marktplatz ohne Autos und Lkw, dafür mit Sitzbänken und mehr Platz zum Flanieren und Spielen für Kinder: So stellt sich die neue Bürgerinitiative (BI) „Barmstedt bewegt sich“ die Innenstadt vor. Um das zu erreichen, sollten die Bereiche zwischen der Bahnhofstraße und den Einmündungen Küsterkamp beziehungsweise Kuhberg für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Kinder, Schüler, Senioren, Radfahrer und Mütter mit Kinderwagen könnten sich dann gefahrlos durch die Innenstadt bewegen, sagen die BI-Vertreter Franz-Josef Sitta, Matthias Bornholdt und Markus Körfer. Zudem würden die „riskanten Einmündungen“ am Küsterkamp und die unübersichtliche Kreuzung am Kuhberg entschärft.

Auto- und Lkw-Fahrer sollen die Innenstadt über den Mühlenweg oder die Feldstraße umfahren. Und um die Anwohner der Königstraße zu entlasten, sollte sie – bei Tempo 30 – stadtauswärts zur Einbahnstraße werden, schlägt die BI vor. Der Verkehr könne dann über die Marktstraße beziehungsweise die Große und Kleine Gärtnerstraße geführt werden. Dass Anwohner der Alternativstrecken von den Plänen nicht begeistert sein dürften, lassen sie nicht gelten. „Wir können da nicht von einer Mehrbelastung sprechen, weil auf den meisten dieser Straßen bisher kaum Verkehr ist“, sagt Körfer. Generell habe Barmstedt „ein Verkehrsproblem, das sich durch weitere Baugebiete in fünf bis zehn Jahren noch verschärfen wird“. Darauf müsse die Stadt reagieren.

Ihre Vorschläge ermöglichten „nachhaltig geordnete, entschärfte und gleichmäßiger verteilte Verkehrsströme“, so die BI. Daraus ergäben sich „ein Gewinn an Lebensqualität für die Innenstadt, verbesserte Umweltbedingungen, mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer und Entwicklungsmöglichkeiten von Barmstedts urbanem Flair“. Wie attraktiv eine für den Verkehr gesperrte Innenstadt sei, zeige sich schon jetzt bei großen Veranstaltungen wie den Märkten oder verkaufsoffenen Sonntagen. Ein Vorteil der von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen sei zudem, dass sie kaum etwas kosteten, so die BI.

Mögliche Sorgen der Barmstedter Geschäftsleute, dass Kunden zum Grauen Esel in Elmshorn fahren könnten, hält die Initiative für unbegründet. „In unser Innenstadt gibt es 39 Läden. Das meiste sind Dienstleister und kleine Fachgeschäfte, die es am Grauen Esel nicht gibt“, sagt Sitta.

Am Dienstag, 4. Oktober, werden die BI-Vertreter ihre Ideen im Bauausschuss präsentieren. Sollte es nicht gelingen, die Politik von ihren Vorschlägen zu überzeugen, „streben wir einen Bürgerentscheid an“, sagt Sitta. Den habe es zu dem Thema bereits Anfang der 90er Jahre gegeben, erinnert sich der Bauausschussvorsitzende Ortwin Schmidt (CDU). „Die Frage war, ob die Innenstadt zur Fußgängerzone werden soll.“ Damals sei die Mehrheit der Bürger dagegen gewesen. Als Folge sei aber das Konzept zur Verkehrsberuhigung entwickelt und umgesetzt worden. Das allerdings nicht funktioniere, wie die BI meint. „Es bilden sich Staus, es wird unerlaubt geparkt, es werden Senioren und Kinder gefährdet, und das Tempolimit wird missachtet.“

Der Bauausschuss tagt am 4. Oktober ab 19.30 Uhr in der Kommunalen Halle, Am Markt 1.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 15:30 Uhr

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