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Rätsel um Rückhaltebecken : Woher kommen die toten Fische in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Mysteriös: 25 tote Tiere entdeckt. Die Polizei und der AZV rätseln über die Ursache.

Barmstedt | Der Umweltschutztrupp der Polizei Pinneberg und der Abwasserzweckverband (AZV) stehen vor einem Rätsel: Im Regenrückhaltebecken am Küsterkamp in Barmstedt wurden am Montagmorgen etwa 25 tote Fische gefunden. „Sie schwammen alle bäuchlings im Wasser“, berichtete ein Barmstedter unserer Zeitung, der auf das Geschehen aufmerksam geworden war, weil Mitarbeiter des AZV die Fische einsammelten. Doch woran sie starben und wie sie in das Becken kamen, ist völlig unklar.

„Wir haben am Dienstag eine Gewässerprobe genommen, aber die Werte waren alle in Ordnung“, sagte ein Beamter des Umweltschutztrupps gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Auch die letzten Proben des AZV seien ohne Befund gewesen. Die Einleitung giftiger Stoffe schließe er daher als Ursache aus, sagte der Beamte. Auch, dass die toten Fische über Vögel eingebracht wurden, sei unwahrscheinlich. Dass jemand sie in das Becken geworfen habe, sei zwar möglich, „aber das wäre Spekulation“.

AZV-Sprecherin Kathrin Eckert teilte auf Anfrage mit, bei der Bergung der toten Fische hätten die Mitarbeiter eine Wasserprobe aus dem Becken gezogen, die noch am Montag im betriebseigenen Labor untersucht worden sei. Ergebnis: „Die Analyse hat keine Anomalien ergeben.“ Woher die Fische kamen, sei dem AZV nicht bekannt. Das Becken sei „eine abwassertechnische Anlage und kein Biotop, auch wenn es äußerlich wie ein natürliches Gewässer wirken mag. Deshalb ist auch keine Ansiedelung von Fischen vorgesehen.“ Wie die toten Tiere dort hineingekommen sein könnten, „wissen auch wir nicht“.

Die toten Tiere schwammen bäuchlings im Wasser.
Die toten Tiere schwammen bäuchlings im Wasser. Foto: Elisabeth Meyer
 

Oliver Carstens, Sprecher der Kreisverwaltung, wies auf Anfrage ergänzend darauf hin, dass dennoch eine gewisse Wasserqualität gegeben sein müsse. „Das kontrollieren wir auch, denn der AZV legt uns die Proben vor.“ Einmal im Monat werde das Wasser vom AZV auf mehrere Parameter überprüft – unter anderem auf Sauerstoffgehalt, Trübung, Geruch und die Farbe. „Bisher waren die Beprobungsergebnisse komplett unauffällig.“

Zu möglichen Ursachen für das Fischesterben wollte Carstens nicht äußern. „Das wäre unseriös.“ Ein Sauerstoffmangel sei in Anbetracht der eher kühlen Temperaturen allerdings wenig wahrscheinlich. Da das Becken kein fließendes Gewässer ist, fällt der Vorfall laut Polizei nicht unter den Straftatbestand der Gewässerverunreinigung. Möglich wäre aber eine Verfolgung wegen „illegaler Abfallentsorgung mit gefährlichen Folgen“. Hinweise nimmt die Polizei unter 04101-2020 entgegen.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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