zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

05. Dezember 2016 | 01:39 Uhr

Pläne vorgestellt : Westerhorn: Züge verschwinden hinter Wänden

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ab 2018 sollen vier mehrere hundert Meter lange Lärmschutzwände in Westerhorn gebaut werden.

Westerhorn | Die Deutsche Bahn will ab dem ersten Quartal 2018 mit den Bauarbeiten für vier mehrere hundert Meter lange Lärmschutzwände in Westerhorn beginnen. Im dritten Quartal 2019 sollen die Arbeiten, die das Gesicht der Gemeinde verändern werden, abgeschlossen sein. Das teilten Vertreter der Deutschen Bahn und des zuständigen Ingenieurbüros während eines Info-Termins am Mittwochabend im Westerhorner „Lindenhof“ mit. Während dieser Zeit werden auch die passiven Lärmschutzmaßnahmen in Westerhorn, Osterhorn und Hohenfelde umgesetzt.

Der Bund investiert laut Sabine Müller von der DB Netz AG im Rahmen eines freiwilligen Programms 2,4 Millionen in vier Lärmschutzwände, die ausschließlich auf Westerhorner Gemeindegebiet stehen werden. Die erste 573 Meter lange Wand soll auf der westlichen Seite der Bahnstrecke stehen und kurz vor dem Bahnübergang Ölfeldstraße beginnen. Von dort zieht sie sich bis kurz hinter dem Bahnübergang an der Bahnhofstraße. Eine weitere 707 Meter lange Wand wird östlich der Bahnlinie gebaut. Sie beginnt kurz vor dem Bahnübergang an der Bahnhofstraße und verläuft an der Gärtnerstraße entlang bis in Höhe der Unterführung.

Im Bereich der Straßen Im Hufeisen, Birkenweg und Heßberg soll westlich des Bahndamms eine 543 Meter lange Wand errichtet werden. Die letzte 330 Meter lange Wand wird laut Bahn auf der östlichen Seite der Strecke entlang der Straße Am Beek errichtet und endet an der Straßenbrücke. Die Wände sollen laut Müller zwischen 2,50 Meter oder drei Meter hoch sein und zwischen 3,30 Meter und 3,80 Meter von der Gleisachse entfernt stehen. „Die Farb-Kombination wird mit der Gemeinde abgesprochen“, so die DB-Vertreterin. „Ziel ist die Begrenzung des Lärms flächendeckend auf den jeweiligen Nachtgrenzwert für alle Wohn- und Schlafräume“, so Müller. Dieser liege bei 57 Dezibel in Wohngebieten.

Die Schutzwände würden immer einen lärmmindernden und nie einen lärmerhöhenden Effekt haben, erklärte Schallgutachter Christian Krenz auf Nachfrage aus dem Publikum. Weiter entfernt von der Bahnstrecke sei eine Pegelminderung von 6 bis 7 Dezibel, in der ersten Reihe sogar von zehn bis 14 Dezibel möglich. „Gerade sind wir noch bei der technischen Planung“, so Müller. Die Gemeinde soll die konkreten Pläne später zur Ansicht erhalten. Erste Arbeiten zum Bau der Wände würden im ersten Quartal 2018 anlaufen. Das Bauende ist für das dritte Quartal 2019 vorgesehen.

Passive Schallschutzmaßnahmen sind in bahnnahen Gebieten Westerhorns, Teilen Osterhorns und einigen Häusern in Hohenfelde geplant, erläuterte Krenz. Dazu würde der Einbau von schalldämmenden Fenstern oder Wandlüftern mit Schalldämmung gehören. 75 Prozent der Kosten für die Umbauten übernehme der Bund, so Müller. 25 Prozent zahle der Wohnungseigentümer. Im untersuchten Bereich kommen laut Müller 78 Gebäude für passive Schallschutzmaßnahmen in Frage. Eigentümer von Häusern, die nach dem 1. April 1974 errichtet worden sind, gehen allerdings leer aus. „Betroffene werden von einem Ingenieurbüro angeschrieben“, so Krenz. „Dort kann der Eigentümer erklären, ob er Interesse hat.“ Der Vorgang vom Gutachten bis zum fertigen Einbau werde etwa zwölf bis vierzehn Monate betragen.

Die neuen Lärmschutzwände würden ein Einschnitt im Sichtfeld sein, sagte Westerhorns Bürgermeister Bernd Reimers. „Die Maßnahmen werden unser Dorf anders aussehen lassen.“ Für ein ruhigeres Leben seien die Wände aber wichtig. „Wir werden das positiv begleiten.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 14.Okt.2016 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen