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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 13:16 Uhr

Auszeichnung : Warum ein Barmstedter Malteser in Litauen für sein Engagement geehrt wird

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

„Das war eine Überraschung für mich“, sagt Michael Majowski, der Ehrungen eher als unangenehm empfindet.

„Bezeugung des Glaubens, Hilfe den Bedürftigen“: Nach diesem Leitspruch des Malteser-Ordens lebt der Barmstedter Michael Majowski seit seiner Jugend. „Das Helfen ist das Wichtigste“, sagt der 48-Jährige, der am 9. September in Vilnius vom litauischen Premierminister Algirdas Butkevicius für seine jahrelange Unterstützung Litauens ausgezeichnet wurde. Der Malteser Auslandsbeauftragte Jörg Baumann aus Hamburg hatte Majowski gefragt, ob er anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Litauer Malteser Ordens dorthin mitkommen möchte. Auf eine Auszeichnung vor Ort war der Barmstedter jedoch nicht vorbereitet. „Das war eine Überraschung für mich“, sagt Majowski, der Ehrungen eher als unangenehm empfindet. „Es ist eine schöne Anerkennung, aber ich nehme mich persönlich nicht so wichtig, schließlich ist alles, was wir machen, Teamarbeit.“

Majowskis Liebe zum Malteser Orden begann 1992 mit einem Umzug des katholischen Pfarrers Bernhard Rakers von Barmstedt nach Uetersen. Majowski half ihm nicht nur beim Umzug, sondern unterstützte ihn auch bei der Gründung der Malteser Jugend in Uetersen. „Ich wollte etwas für Kinder von Kindern machen“, erinnert sich Majowski, der 1993 Spielzeug für Kinder in Litauen sammelte und diese über die Diözese Hamburg nach Litauen brachte. Mit dieser jährlichen Aktion wurden die Malteser Jugendgruppen in Litauen unterstützt.

Seine Leidenschaft zum Helfen machte Majowski dann auch zum Beruf – und nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger lernte er 1995 im Hamburger Marienkrankenhaus seine heutige Ehefrau Renée kennen, die dort als Krankenschwester arbeitete. Sie ist ebenfalls bei den Maltesern aktiv und gibt Erste Hilfe Lehrgänge in den Diensträumen in der Königstraße 36.

Zurzeit betreut er zwei Intensivpflegepatienten

Nach einigen Jahren in Hamburg zog es Majowski, der mittlerweile bei den Maltesern Diözesan, oberster ehrenamtlicher Jugendlicher war, in seine Heimat Barmstedt zurück. Heute arbeitet er als Krankenpfleger bei der Ambulanten Intensivpflege. Zurzeit betreut er zwei Intensivpflegepatienten in Moorrege und Kaltenkirchen, die beide beatmet werden müssen. „Wir arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten und haben so Zeit für die Patienten. Einiges lässt man aber dadurch dichter an sich ran“, sagt Majowski, der zum Abschalten gern liest. Manchmal greift er auch zu den Büchern aus seiner Kindheit, die auch seine Kinder Malte (19) und Martje (17) gelesen haben. „Die Geschichten von ,Burg Schreckenstein’ lese ich heute noch, wenn es mir schlecht geht“, sagt Majowski.

2002 seien aus Litauen zum ersten Mal spezielle Wünsche wie Vitamine, Medikamente, Rollstühle und ein Sprungtuch gekommen, erzählt er. „Spielsachen haben wir aber auch immer mitgenommen“, so Majowski. Mit im Gepäck hatte er zudem den kleinen Stofflöwen „Lui“, der bei allen Aktivitäten vor Ort dabei war. „Lui“ ist das Maskottchen des Malteser Jugendlagers. „Im Zeitraum eines Jahres besucht ,Lui’ alle 27 Diözesen in Deutschland, und ich habe ihn einfach mit nach Litauen genommen“, sagt Majowski schmunzelnd, der in Litauen auch an einem beeindruckenden Programm teilnehmen durfte, das der dortige Malteser Orden organisiert hatte. So ging es mit etwa 5000 Pilgern zum Wallfahrtsort nach Siluva zur Marienkapelle. „Der heilige Gottesdienst war schon sehr beeindruckend“, sagt Majowski, für den es ein besonderes Erlebnis war, den bischöflichen Segen erhalten zu haben. „Es gibt einem Kraft und bestärkt einen darin, was man tut“, so der Barmstedter, der auch dabei war, als in Trakai eine überlebensgroße Holzstatue des Erzengels Gabriel aufgestellt wurde. Sie ist allen ehrenamtlichen Helfern in Litauen gewidmet. Zum Anlass des 25-jährigen Jubiläums des litauischen Ordens stellte Majowski zusammen mit mehreren Hamburger Maltesern in Silavi auf dem „Berg der Kreuze“ ein Kreuz auf. „An diesem Ort herrscht eine besondere Stimmung“, berichtet er ehrfurchtsvoll.

Ausgezeichnet wurde Majowski auch von der Malteser Jugend Barmstedt, die ihm ein Dankesscheiben überreichte. Stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer vom Barmstedter Malteser Hilfsdienst nahm er es entgegen. „Diese Auszeichnung rührte mich zu Tränen“, so Majowski, der seit 17 Jahren als Kreisbeauftragter das gesamte Malteser Gebiet des Kreises Pinneberg leitet. „Ich entwickle Ideen, um uns Malteser hier noch bekannter zu machen“, so Majowski, der für Barmstedt bereits den Besuchs- und Begleitdienst ins Leben rief.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 09:30 Uhr

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