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Barmstedter Zeitung

04. Dezember 2016 | 07:12 Uhr

Von hier stammt das Mineralwasser

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Marina Bertschus lebt mit ihrer Familie in der alten Fabrik von Heinrich Riep an der Hamburger Straße in Barmstedt

Die Geschichte über eine alte Mineralwasserflasche aus dem Bokeler See und das ehemalige Barmstedter Mineralwassergeschäft von Heinrich Riep ist bei den Lesern der Barmstedter Zeitung auf großes Interesse gestoßen. Besonders genau hat sich Marina Bertschus aus Barmstedt den Artikel vom vergangenen Mittwoch durchgelesen. Denn sie wohnt zusammen mit ihrer Familie in dem Haus an der Hamburger Straße, in dem Riep früher seine Getränke herstellte.

Einzelne Details am und im Haus würden noch an die ehemalige Nutzung erinnern, so Bertschus. Zudem sei das Gebäude von außen fast unverändert geblieben. Nur der große Schriftzug an der Vorderseite des Hauses sei nur noch sehr schlecht zu lesen. Und auch bei der Adresse hat sich etwas getan: Auf einer Zuckerabrechnung von 1949 lautet die Anschrift noch „Hamburgerstr. 42“. Heute trägt das Haus die Nummer 45.

Von der Geschichte des Gebäudes habe sie vor allem durch Ernst-Heinrich Düvel erfahren. Er war Sohn des Mineralwasserfabrikanten Ernst Düvel, der später Inhaber der Fabrik von Heinrich Riep war. „Düvel wusste viel über die Geschichte zu berichten. Es war sein Elternhaus.“ Von der Einrichtung der Mineralwasserfabrik ist nämlich nichts mehr übrig geblieben. Nur beim Graben im Garten würden hin und wieder alte Verschlüsse zu Tage gefördert werden, so Bertschus. „Und auch unsere Hühner bringen beim Scharren immer mal wieder den ein oder anderen Deckel zum Vorschein.“ Bei den Verschlüssen mit Aufschriften wie „J. Kröger, Barmstedt“ oder „Karl Burmeister, Elmshorn“ könne es sich eventuell um die Überreste von Leergut handeln, so Barmstedts Stadthistoriker Peter Steenbuck.

Das Grundstück an der Hamburger Straße ist nicht breit, aber sehr lang. Dort an der Straße, wo heute das Wohnhaus steht, sei auch zu Zeiten Rieps und Düvels die Wohnung gewesen, so Bertschus. Weiter hinten im Hof sei das Leergut gelagert und gespült geworden. Auch einen Brunnen habe es auf dem Grundstück gegeben. Noch erhalten sind die zwei Ringe am Ende der Hofeinfahrt, an denen damals die Pferde für die Fuhrwerke angebunden wurden, berichtet Bertschus. In einem Kellerraum wenige Meter weiter sei die Brause hergestellt worden. Im Vorraum waren die fertigen Getränke gelagert worden. „Zum Wohnen sind die Räume nicht ideal“, so Bertschus. „Es wird trotz Heizung in jedem Raum nicht richtig warm. Auch im Sommer bleibt es kühl.“ Für die Brause-Herstellung seien die Bedingungen allerdings ideal gewesen – die Getränke hätten immer kalt gestanden. In der Einfahrt wurden die Kutschen und später die Lastwagen beladen.

Bis Anfang der 70er-Jahre soll die Fabrik laut Bertschus bestanden haben. Die Getränke seien wahrscheinlich an die Gaststätten in der näheren Umgebung geliefert worden. Ihre Vermieterin und die jetzige Eigentümerin lege großen Wert darauf, dass die Gebäude in einem guten Zustand erhalten blieben, so Bertschus.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 10:47 Uhr

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