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Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 08:55 Uhr

Vier Hengste bestehen Aprilkörung

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Auf dem Verbandsgelände stellten sich 13 Hengste den kritischen Blicken der Körkommission und zahlreicher Stutenbesitzer

Nur vier kamen durch. Dreimal im Jahr prüft der Holsteiner Verband in Elmshorn, welche Hengste zukünftig die Stuten aus seinem Bestand decken dürfen. Im November steht traditionell in Neumünster die Hengstkörung der zweieinhalb Jahre alten Junghengste an, dort werden die Besten der Besten zu Prämienhengsten oder sogar zum Siegerhengst des Jahres gekört.

Vorher hatte die Körkommission eine Auswahl getroffen, welche Pferde zu dieser Veranstaltung zugelassen wurden. Wer körperlich noch nicht ausgereift war, zu viel Babyspeck besitzt oder in seiner Ausbildung noch am Anfang steht, wurde aussortiert und auf spätere Termine verwiesen. Denn wenn ein Hengstbesitzer davon überzeugt ist, dass sein Pferd das Potential zu einem Klasse-Vererber hat, kann er seinen Hengst der Körkommission jederzeit wieder vorstellen. Auch ältere Hengste oder Vertreter anderer Rassen dürfen für die Januar- oder Aprilkörung, rechtzeitig zur gerade begonnenen Decksaison, gemeldet werden.

Nun stellten sich 13 Hengste im Alter zwischen drei und acht Jahren auf dem Gelände des Holsteiner Verbands den kritischen Blicken der fünfköpfigen Körkommission. Nachdem sie gemessen wurden, mussten sich die Hengste zunächst auf dem Pflaster und später in der Fritz-Thiedemann-Halle auf Herz und Nieren prüfen lassen. Dabei spielten neben der Abstammung und Blutlinie der Hengste der korrekte Körperbau, die Gangarten Schritt, Trab und Galopp und natürlich vor allem das Sprungvermögen eine entscheidende Rolle. Alle Hengste wurden unterm Sattel und im Freispringen vorgestellt, wo ihre Bewegungsabläufe und Sprungtechnik beurteilt wurden.

Für alle Hengste, die älter als drei Jahre waren, galt es auch einen kleinen Springparcours zu bewältigen. Schließlich wurden die Hengste noch einmal abschließend im Schritt und Trab auf Sandboden beurteilt, bevor sie im direkten Vergleich noch einmal im Schritt um die Körkommission geführt wurden. Mit der Ungewissheit, ob es gereicht hatte, reisten die Hengsthalter wieder ab. Denn das Körurteil wurde erst am Mittwoch-Vormittag mitgeteilt.
Den weitesten Weg hatte der Niederländer Henk Nijhof auf sich genommen, der an der deutsch-niederländischen Grenze einen großen Sport- und Hengststall betreibt. Sein achtjähriger belgischer Warmblüter I’m Special de Muze konnte die Körkommission zumindest soweit überzeugen, dass er zum Zuchtversuch zugelassen wurde. Das bedeutet, dass die Holsteiner Stutenbesitzer diesen Hengst zu Sonderkonditionen einsetzen dürfen und ihre Nachkommen künftig besonders beobachtet werden. Gekört wurden der dreijährige Legorado (Legolas-Acorado-Caletto I) aus der Zucht und dem Besitz des Hamburgers Thomas Huntenburg, der siebenjährige Crachas (Cachas-Landadel-Lord) aus der Zucht und dem Besitz von Manfred von Allwörden (Grönwohld), der sechsjährige Canvaro (Cannavaros-Con Air-Capitol I) aus dem Besitz von Reimer Detlef Hennings und Wolfgang Brinkmann (Bendorf) und der siebenjährige Cartiano (Caretino-Carolus I-Rasputin) aus dem Besitz von Lothar Völz (Wöhrden).


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