zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

L 75-Baustelle : Unbekannte räumen Sperre beiseite

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In der Hemdinger Reichenstraße sollen Autofahrer für kurze Zeit Siloballen aus dem Weg geschoben haben.

Heede/Hemdingen/Borstel-Hohenraden | Einen Siloballen zur Seite geschoben, einen weiteren beschädigt: Einige Autofahrer lassen offenbar nichts unversucht, um die Baustelle zwischen Heede und Hoffnung an der Landesstraße 75 (L75) zu umfahren. Wie ein Anwohner berichtete, seien die Absperrungen an der Hemdinger Reichenstraße vor Kurzem von Unbekannten zur Seite geschoben und beschädigt worden, um mit dem Auto hindurchfahren zu können. Mittlerweile sei alles wieder in Ordnung gebracht worden, teilte Bürgermeister Hans-Hermann Sass am Montag mit. Die Polizei sei über den Vorfall benachrichtigt worden.

Autofahrer, die Verkehrszeichen umdrehen und Warnbaken beiseite schieben: „Es ist das ganz normale Chaos“, sagt Barmstedts Polizeichef Peter Kroll. Auch im Baustellenbereich an der L75 sei das bereits passiert. Er weist daher noch einmal darauf hin, dass Verkehrsanordnungen – ob mobil oder fest – nicht einfach entfernt, umgedreht oder beschädigt werden dürften. Im schlimmsten Fall könne das schwerwiegende Folgen haben, wenn es dadurch zum Beispiel zu einem Unfall käme.

Die Polizei habe die Absperrungen an der Hemdinger Reichenstraße ebenfalls noch einmal kontrolliert, so Kroll weiter. Mittlerweile seien fast alle Seitenstraßen in Hemdingen für den Durchgangsverkehr gesperrt, ergänzt Bürgermeister Sass. Der Situation habe sich aber eingependelt. Jetzt warte die Gemeinde darauf, dass die Baustelle an der Landesstraße 76 (L76) zwischen Quickborn und Pinneberg ende. Dann rechnet Sass mit zehn bis 15 Prozent weniger Verkehr in Hemdingen. Am Montag, 25. Juli, sollen die Autos wieder über die L  76 rollen dürfen.

Auch dort haben Baustellen-Rowdys in der Vergangenheit deutliche Spuren hinterlassen. Nach Angaben der örtlichen Polizei wurden Schilder gestohlen oder zerstört, Baken beiseite geschoben, auf die Fahrbahn geworfen oder mit Farbe besprüht. „Diese Baustelle ist eine Katastrophe“, berichtet Michael Brandt, Leiter der Polizeistation in Kummerfeld. „Das ist mittlerweile jedes Wochenende so.“ Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Allein in den vergangenen Tagen seien 20 Straßenschilder gestohlen worden. Besonders wenn Baken entfernt werden, berge dies Gefahren. „Das ist ganz schlimm. Es kann ja auch mal sein, dass jemand so in die Baustelle fährt“, sagt Brandt.

15.000 Euro Schaden in einem Jahr

Von dem Problem kann Jan Berliß ein Lied singen. Er ist Geschäftsführer der Norddeutschen Verkehrsleittechnik GmbH, die zuständig ist für die Verkehrssicherung. Im vergangenen Jahr sei in Borstel-Hohenraden ein Schaden in Höhe von 15.000 Euro entstanden. „Dieses Jahr geht das genau so weiter.“ Solch ein Ausmaß habe er noch nie erlebt. „Die schmeißen die Baken und Schilder mitten auf die Straße. Wir kontrollieren das zweimal am Tag. Nach jedem Wochenende haben wir zu tun ohne Ende.“

Zudem würden Auto- und Lkw-Fahrer durch die Baustelle oder querfeldein fahren, statt die offizielle Umleitungsstrecke zu nutzen. „Die Schilder interessieren keinen“, so Berliß. „Wenn das alles Anlieger sind, die hier durch fahren, hätte Borstel-Hohenraden 50.000 Einwohner.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 06.Jul.2016 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen