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Gesundheitszentrum : Stichwort Ärzte: Der Seniorenbeirat kämpft weiter

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Barmstedter hoffen weiter auf mindestens einen Facharzt. Der Bürgervorsteher sieht aber wenig Chancen.

Barmstedt | Der Barmstedter Seniorenbeirat kämpft weiter um die Ansiedlung von Fachärzten. „Ich weigere mich, die Idee eines Gesundheitszentrums aufzugeben“, sagte Beiratschef Peter Servotka während der jüngsten Sitzung. Wie berichtet, hatte Investor Hans-Werner Rathjens geplant, den ehemaligen Papier-Schmidt-Komplex an der Gebrüderstraße zu einem Gesundheitszentrum umzubauen. Doch sein Versuch, hiesige Ärzte dort anzusiedeln, war gescheitert. Aber nur, weil die Verhandlungen gescheitert seien, dürfe man nicht den Kopf in den Sand stecken, sagte Servotka. „Wir müssen versuchen, über die Politik etwas zu verändern.“ Darüber hinaus werde der Seniorenbeirat Rathjens bitten, in Fachzeitschriften Anzeigen zu schalten, um Mediziner auf Barmstedt als Standort aufmerksam zu machen.

Aktuell plane Rathjens kleinere Wohnungen sowie unter anderem eine Zentrale für häusliche Pflege, so Servotka. Er habe aber zugesichert, Kapazitäten vorzuhalten, „um eine spätere Ansiedlung von Ärzten zu ermöglichen“. Beiratsmitglied Kurt Röttger betonte, ein Gesundheitszentrum sei für Barmstedt ein „zentraler Punkt“. Der Beirat werde daher weiterhin Gespräche mit Rathjens und der Verwaltung führen. Servotka räumte allerdings ein, es sei für Ärzte „kaum machbar, eine Niederlassung zu eröffnen, weil sie nur ein bestimmtes Budget bekommen und sich das dann oft nicht lohnt“.

Wenig optimistisch zeigte sich Bürgervorsteher Christian Kahns, der im Rahmen der Einwohnerversammlung auf das Thema angesprochen wurde. „Ist das Gesundheitszentrum jetzt tot, weil sich kein Arzt dafür interessiert?“, fragte Guido Neumann. Er gehe davon aus, erwiderte Kahns, „weil keine Ärzte mehr hierher dürfen“. Dass die Stadt sie mit Subventionen oder ähnlichem anlocken könne – wie eine andere Bürgerin vorschlug – halte er für schwierig.

Laut Delf Kröger von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des Landes ist  Barmstedt zurzeit statistisch gesehen ausreichend mit Medizinern versorgt – sowohl mit Haus- als auch mit Fachärzten. Auch im Kreis Pinneberg gebe es derzeit keine freie Arztstelle – im „Mittelbereich Husum“ dagegen könnten sich unter anderem sieben Hausärzte niederlassen. Der Versorgungsgrad der jeweiligen Regionen werde halbjährlich ermittelt und auf der Internetseite der KV veröffentlicht, so Kröger. Wie die Barmstedter Grünen vor zwei Jahren erfahren hatten, wünschen sich die Bürger vor allem einen Augenarzt.
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erstellt am 17.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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