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Barmstedter Zeitung

07. Dezember 2016 | 09:44 Uhr

Barmstedt : Seniorenheim kommt aus den roten Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Fehlbetrag sinkt. Höhere Personalkosten werden zum Teil auf die Bewohner umgelegt.

Barmstedt | Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau kommt langsam, aber sicher aus den roten Zahlen: Das hat Wirtschaftsprüfer Felix Höchstödter am Donnerstag während der Verbandversammlung mitgeteilt. So habe der Fehlbetrag im vergangenen Jahr nur noch 25.000 Euro betragen – 2014 hatte er noch bei 304.000 Euro gelegen. Erfreulich sei auch, dass der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten auf etwa 70 Prozent gesunken sei. „Da geht bei anderen Heimen zwar noch mehr, aber immerhin liegen sie nicht mehr bei 80 Prozent“, so Höchstödter. Noch weniger sei auch nicht wünschenswert, sagte Mareyke Herrmann als Vertreterin der Stadt Barmstedt. „Das führt nur zu unmotivierten Mitarbeitern, was für die Bewohner schlimm wäre.“ Auch Hemdingens Bürgermeister Hans-Hermann Sass erklärte, „an den Personalkostenschraube kann man nicht mehr drehen“. Die Kosten seien zwar „immer noch sehr problematisch“, sagte Heedes Bürgermeister Reimer Offermann. „Aber man kann sich auch totsparen.“

Laut Geschäftsführer Christoph Merker hat das Seniorenheim im vergangenen Jahr rund 2,4 Millionen Euro für Löhne, Gehälter und Sozialabgaben aufgewendet. Dabei hätten die 80 Mitarbeiter bereits auf 50 Prozent des Weihnachtsgelds verzichtet, was das Heim um mehr als 80.000 Euro entlastet habe. „In diesem Jahr verzichten die Mitarbeiter auf 40 Prozent und auf die leistungsabhängige Bezahlung, was etwa die gleiche Größenordnung ausmachen wird“, erklärte Merker. Allerdings habe es rückwirkend zum 1. März eine Tariferhöhung um 2,4 Prozent gegeben, die mit 60.000 Euro zu Buche schlage. „Das können wir durch Einsparungen an den Sachkosten nicht mehr abfedern“, sagte Merker. Er habe daher mit den Pflegekassen verhandelt, um zumindest einen Teil der Mehrkosten abzufangen. Den Rest werden die Bewohner tragen müssen: Ihr Eigenanteil wird sich je nach Pflegestufe zwischen 37 und 95 Euro Euro pro Monat erhöhen. „Das ist schon ein ordentlicher Schluck“, bedauert Merker, „aber so lange es Tariferhöhungen gibt, werden wir die Eigenanteile erhöhen müssen, denn leider haben wir keine Millionen in der Hinterhand.“

Das gute Ergebnis in 2015 sei auch Einmaleffekten geschuldet, betonte Merker. „Wir haben Rückzahlungen in Höhe von 50.000 Euro bekommen und die Buchhaltung übernommen, was fast 25.000 Euro gespart hat.“ In Hinblick auf die zukünftige Entwicklung wäre es „sinnvoll, sich ein gewisses finanzielles Polster zu schaffen“, sagte Offermann – der Merker für die Geschäftsführung dankte. Wie gut das Heim angenommen werde, zeige sich auch an der Belegung: Gegenüber 2014 konnte die Auslastung der 91 Betten noch einmal verbessert werden: von 98,8 auf 99,1 Prozent.

Kritik kam aus Hemdingen, einer der acht Trägerkommunen. Gemeindevertreter Klaus-Peter Mohr lobte zwar die Arbeit der Geschäftsführung ausdrücklich. Eine „schwarze Null“ am Ende des Jahres reiche aber nicht aus, so der Politiker. „Es müssen Gewinne her, um die Schulden tilgen.“ Höchstödter widerspricht: Tilgungen würden durch die Abschreibungen auf das Vermögen kompensiert. „Da reicht die schwarze Null.“ Auch Merker erklärte: „Wir müssen nicht jedes Jahr 400.000 Euro zahlen.“ „Lediglich“ die Zinsen fielen an – und die seien im verbesserten Ergebnis schon berücksichtigt.

Mohr hält die Kosten dennoch für zu hoch – vor allem beim Personal. „Im Vergleich mit anderen Einrichtungen, etwa der Diakonie, sind wir viel zu teuer.“

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erstellt am 16.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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