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Barmstedter Zeitung

09. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Illusionsmalerei aus Barmstedt : Seine Kunst täuscht die Augen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Barmstedter Gerd Portmann liebt die Illusionsmalerei – er verziert Wände und Figuren. Gelernt hat er Maurer.

Barmstedt | Im „Haus Ellen“ in Barmstedt hängt ein Bild an der Wand, das sich mit Rahmen abnehmen lässt. Denkt man. Doch es täuscht. Der freischaffende Barmstedter Künstler Gerd Portmann (56) hat den Rantzauer See auf eine Holzplatte gemalt, ebenso den Rahmen. Im Garten von Maria Beyer in Heede hat Portmann zwischen zwei Mauern das Meer mit Segelschiffen und einem weiten Horizont farblich gestaltet. Aber die Mauern sind ebenfalls gemalt. Dahinter versteckt sich eine Garagenwand. Diese täuschend echte Illusionsmalerei nennt sich trompe l’oeil (deutsch: „Täusche das Auge“).

Portmann täuscht durch eine bestimmte Perspektive eine Dreidimensionalität vor. Er malt Meeresbuchten mit Schiffen auf eine Wand, die den Raum plötzlich erheblich erweitern, oder er setzt Feldsteine vor eine Mauer. Beides ist real nicht vorhanden. Er gestaltet eine Terrasse, hinter der sich ein blühender Garten anschließt. Beides gibt es in Wirklichkeit nicht. „Mit dieser Art Malerei kann man viele Dinge vortäuschen, etwa aus einer gerade Zimmerdecke eine Kuppel hochwölben lassen“, sagt Portmann. Im Schwimmbad eines Kunden lässt er einen Wasserfall in das Bassin schäumen. Es wirkt echt, nur die Geräusche fehlen dazu. An einer Wand ist ein Fenster entstanden, durch das man auf eine Landschaft schaut. Im Heeder Garten hat er die nichtssagende weiße Hauswand auf edel-alt getrimmt und eine Gartenfigur so mit Farbe bearbeitet, dass sie antik verwittert aussieht.

Täuschend echt: Eine Hauswand bekommt Konturen.
Täuschend echt: Eine Hauswand bekommt Konturen. Foto: Pergande
 

„Trompe l’oeil kann aus langweiligen Zimmer- und Außenwänden oder aus hässlichen Garagentoren und Schuppen eine belebende Szene entstehen lassen, die das Auge in die Ferne schweifen lässt“, sagt Portmann, der aus Dömitz an der Elbe stammt und 1990 nach Barmstedt zog. Bereits als Kind hatte er die Papierblätter seines Großvaters vollgemalt, bei dem Kunstmaler ihr papiernes Material kauften. Von ihnen lernte er, sich technisch malerisch vom Horizont nach vorn vorzuarbeiten. Hauptberuflich arbeitet der gelernte Maurer ganz „handfest“ als Hausmeister, doch sein großes Hobby ist die Illusionsmalerei.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 16:06 Uhr

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