zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

04. Dezember 2016 | 00:54 Uhr

Mit interaktiver Grafik : Respekt: Der älteste Barmstedter ist jetzt 102

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Artur Wittern empfängt im „Bootssteg“ zahlreiche Gratulanten. Der rüstige Senior lebt noch im eigenen Haushalt.

Barmstedt | Barmstedts ältester Einwohner hat am Freitag Geburtstag gefeiert: Artur Wittern wurde 102 Jahre alt. Er ließ es sich nicht nehmen, jeden seiner Gäste persönlich mit Handschlag zu begrüßen und sich herzlich für die Glückwünsche und Präsente zu bedanken. Witterns Sohn Wolfgang brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, das seltene Fest feiern zu können. Bürgervorsteher Christian Kahns, der bereits zum dritten Mal in offizieller Mission an einem Geburtstag Witterns teilnahm, hatte Urkunden der Stadt Barmstedt, des Kreises Pinneberg und des Landes Schleswig-Holstein „im Gepäck“, die er an den Adressaten übergab. Dem offiziellen Teil der Geburtstagsfeier schloss sich ein lockeres Beisammensein an, an dem auch Enkelin Katrin Wittern und Urenkel Nikolai (3,5) teilnahmen.

Wittern gehört zu den wenigen noch lebenden Zeitzeugen, die den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie den Wiederaufbau miterlebt haben. Seine Lebenszeit umspannt also das wilhelminische Kaiserreich, die Weimarer Republik, das „Dritte Reich“ und das demokratische Deutschland. Sein Geburtsort ist Bornhöved, sein lebenslang ausgeübter Beruf Lehrer. Das entsprechende „Rüstzeug“ dazu erwarb er in Kiel. Orte wie Frestedt, Wöhrden und Wesselburen in Dithmarschen sind Stationen auf seinem Berufsweg. Der Zweite Weltkrieg beeinflusste sein Leben und das seiner Familie. „Er wurde als Soldat eingezogen und geriet schließlich in französische Gefangenschaft“, berichtete Enkelin Katrin Wittern. Als er entlassen wurde, folgte er Frau und Sohn, die nach Burg in Dithmarschen gezogen waren. Anfang der 50er Jahre folgte er einem Ruf nach Barmstedt, wo er bis zu seiner Pensionierung als Rektor der damaligen Realschule arbeitete.

In seiner Freizeit beschäftigte Wittern sich gern mit Mineralien. Er sammelte nicht nur, sondern betrieb auch intensive Forschungen. Mit mehreren Büchern zu diesem Thema erwarb er sich einen Namen. Wittern lebt noch immer selbstständig. Hausarbeit und Einkäufe erledigen allerdings zwei Damen, die auch ausdrücklich zu seinem Geburtstag eingeladen waren. Sie kommen, wie sie sagen, mit dem alten Herrn gut zurecht. Das Essen bringt ihm täglich Christian Penns vom Restaurant „Bootssteg“ vorbei. Er schwärmt geradezu von seinem Kunden, den er stets freundlich und aufmerksam erlebe – und der eine große Ausstrahlung besitze.

 

Kurios: In der offiziellen Statistik der Stadt über die Altersstruktur der etwa 10  200 Barmstedter (siehe Grafik) ist Wittern gar nicht erfasst: Sie geht nur bis 100 Jahre. Am meisten Barmstedter – 22 Prozent – sind zwischen 51 und 65 Jahren, fast ebenso viele – 21 Prozent – zwischen 36 und 50 Jahren. Auch die Gruppe der 19- bis 35-Jährigen ist mit 18 Prozent noch relativ stark vertreten, gefolgt von den 66- bis 75-Jährigen (11 Prozent) und den 76- bis 100-Jährigen (10 Prozent).

Die Gruppe der bis zu Dreijährigen und der Vier- bis Sechsjährigen ist mit jeweils drei Prozent am schwächsten vertreten. Auch die 15- bis 18-Jährigen (vier Prozent) sind unterrepräsentiert. Die Gruppe der Sieben- bis 14-Jährigen bringt es auf acht Prozent.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 31.Okt.2016 | 13:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen