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Barmstedter Zeitung

07. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Radfahr-Training für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Sicherheit Helfer des Integrationszentrums „Leuchtturm“ bringen Neuankömmlingen das richtige Verhalten auf dem Zweirad bei

Wie bewege ich mich auf dem Fahrrad sicher und nach den in Deutschland geltenden Verkehrsregeln auf den Straßen? Speziell für Flüchtlinge hat das Barmstedter Integrationszentrum „Leuchtturm“ vor Kurzem ein Verkehrssicherheitstraining im ehemaligen Restaurant „Rosenkavalier“ in der Königstraße angeboten, das als Schulungszentrum für die Sprachausbildung von Flüchtlingen genutzt wird. „Unseren Flüchtlingen sind die deutschen Verkehrsverhältnisse überhaupt nicht vertraut, und wir haben sie mehrfach bei von ihnen herbeigeführten, gefährlichen Situationen beobachtet“, berichtete Joachim Baasch von der Helfergruppe. Die Ehrenamtlichen entschlossen sich, zu helfen.

Das Team sei positiv überrascht gewesen, dass mehr als 30 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem kurdischen Irak – darunter einige Frauen und Kinder – an dem Kursus teilnahmen. Als Referent stellte sich ehrenamtlich Ortwin Schmidt zur Verfügung, der als Polizeihauptkommissar der Verkehrspolizei Hamburg seine Erfahrungen miteinfließen lassen konnte. Er zeigte einen Film mit arabischen Untertiteln, in dem typische Gefahrensituationen gezeigt wurden. Dolmetscher, die Farsi und Arabisch sprechen, begleiteten den Workshop. Schmidt erläuterte das richtige Verhalten im Straßenverkehr und wies auf die notwendige Ausrüstung wie Fahrradhelme hin. Die Verkehrstüchtigkeit des Rads sei unabdingbar. Dazu zählen einwandfreie Bremsen und funktionierendes Licht. Grundsätzlich werde nicht auf Gehwegen gefahren, es sei denn, die Beschilderung erlaubt es. Auch das Ausstrecken des Arms beim Linksabbiegen sowie der Blick über die Schulter nach hinten vor dem Abbiegen wurden erklärt.

Genauso wichtig: Auch sprachen die Kursus-Teilnehmer darüber, wie Kleinkinder auf dem Rad mitgenommen werden und dass das Nebeneinanderfahren auf der Straße nicht erlaubt ist. Fahrlehrer Gerd Wulf unterstützte Schmidt und gab zudem Auskünfte zum Thema Führerschein. „Die Flüchtlinge waren intensiv bei der Sache“, sagte Schmidt.

Aufgrund der hohen Beteiligung habe leider der praktische Teil – eine Tour durch die Innenstadt – entfallen müssen. Aber der könne nachgeholt werden. „In Barmstedts Innenstadt gibt es keinen sichtbaren Bürgersteig, viele von uns wissen nicht, wo genau sie fahren dürfen“, sagte Ziad aus Syrien. Und weiter: „In meiner Heimat ist Radfahren keine Gewohnheit, sondern eher ein Spaßfaktor für Kinder.“ Man habe auch dort keine Möglichkeit, ein Rad abzustellen und abzuschließen. „Hier gibt es viele öffentliche Fahrradständer, die kennen wir in Syrien überhaupt nicht“, so der Syrer

Alle Flüchtlinge erhielten am Schluss der zweieinhalbstündigen Aktion ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme ausgehändigt. Gesucht werden noch Spenden: Wer einen Fahrradhelm oder ein Rad abzugeben hat, kann sich im „Leuchtturm“ unter (0  41  23) 9  36  96  44 melden.

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