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Neue Preise im Hallenbad : Nach Protesten: Die Tageskarte bleibt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Stadtwerke rücken nach Protest vom Zeitlimit ab. Ebenfalls neu - das Strandbad wird zur Badestelle.

Barmstedt | Gute Nachrichten für Besucher des Barmstedter Hallenbads: Anders als geplant, wird es auch künftig kein Zeitlimit für die Teilnahme an offenen Animationsangeboten geben. Wie berichtet, hatten die Stadtwerke vorgehabt, ab 2017 eine zeitliche Befristung von 90 Minuten einzuführen, die jeweils 6,50 Euro kosten sollte. Der Werkausschuss hatte das bereits befürwortet – doch nach heftigem Protest von 85 Mitgliedern der „Freitagsgruppe“ ruderte Stadtwerke-Geschäftsführer Fred Freyermuth zurück. „Aus unserer Sicht hätten 90 Minuten zum Umziehen und für eine Animation gereicht, aber wegen des Protestes würden wir als Kompromiss das Zeitlimit aufheben und bei der Tageskarte bleiben“, sagte er am Dienstag während der Stadtvertretersitzung, in der über das neue Preissystem beraten wurde.

Ebenfalls auf den Widerstand zahlreicher Hallenbadbesucher war der Vorschlag der Stadtwerke gestoßen, an Donnerstagabenden künftig nur noch geschlossene Kurse anzubieten. „Das war nicht gewünscht, daher haben wir das rückgängig gemacht. Es kann also weiterhin jeder kommen“, sagte Freyermuth. Nicht weiter geben wird es dagegen die Zehnerkarte. Sie soll durch ein Bonussystem ersetzt werden, wie Freyermuth auf Nachfrage von Anette Bremer-Wilms (SPD) erklärte. Wer eine Wertkarte für einen größeren Betrag erwerbe, könne dann ein Guthaben ansammeln und es etwa für Massagen nutzen. „Genau haben wir das aber noch nicht definiert“, so Freyermuth.

Teurer wird der Verlust eines Spindschlüssels: statt acht müssen Betroffene dafür künftig zehn Euro zahlen. Eigentlich war im neuen Preissystem keine Obergrenze mehr vorgesehen. Es werde „der (...) anfallende Aufwand erhoben“, hieß es. Doch das stieß bei Michael Schönfelder (FWB) auf Missfallen. „Wir sollten einen maximalen Betrag nehmen“, sagte er, woraufhin Henning Behrens (CDU) zehn Euro vorschlug, was auf allgemeine Zustimmung stieß.

Am Ende stimmten 14 der 16 anwesenden Stadtvertreter den Änderungen zu. Die BALL-Vertreter enthielten sich. „Ich fürchte, dass viele sich den Besuch künftig nicht mehr leisten können und glaube auch nicht, dass wir das Defizit durch die höheren Preise nennenswert senken werden“, sagte Mareyke Herrmann (BALL). Das Hallenbad weist jährlich ein Minus von rund 200  000 Euro aus. Die neuen Preise sollen offiziell ab 1. Januar 2017 gelten, de facto aber erst, wenn der neue Kassenautomat in Betrieb ist.

Auf allgemeine Zustimmung stieß der Plan, das Strandbad Rantzauer See ab der kommenden Saison in eine Badestelle umzuwandeln. Wie berichtet, wollen die Stadtwerke dadurch die Personalkosten senken. Zudem hatte es häufig Probleme gegeben, weil kurzfristig entschieden wurde, ob das Bad geöffnet wurde.

 

Für die Besucher bedeutet die Umwandlung zum einen freien Eintritt, aber auch, dass es keine Aufsicht mehr geben wird. Der beste Schutz gegen Badeunfälle sei aber sowieso „ein qualifizierter Schwimmunterricht“, so Freyermuth. Der Zaun um das Gelände werde erhalten bleiben, sagt er auf Nachfrage von Marina Quoirin-Nebel (Grüne). „Wir schließen morgens auf und abends ab und kümmern uns auch um die Pflege der sanitären Anlagen“, so Freyermuth. Eventuell könnte für das Duschen ein Entgelt erhoben werden. „Zurzeit ist das aber nicht vorgesehen.“

Er begrüße die Umwandlung „außerordentlich“, sagte Ernst-Reimer Sass (CDU). Allerdings regte er an, die Rutsche und den Ponton im See wieder aufzubauen. „Für Kinder und Jugendliche sind das die Highlights.“ Doch das wird wohl nicht passieren: Die Gutachter hätten „dringend dazu geraten“, sie aus haftungsrechtlichen Gründen abzubauen, sagte Dietrich Tetz (CDU). Letztlich stimmten alle Stadtvertreter der Umwandlung zu.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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