zur Navigation springen

Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:16 Uhr

Auf Rallye für den guten Zweck : Mit dem „Silberpfeil“ nach Afrika

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Svea Gustafsen und Birgit Bartsch stellen Team und Fahrzeug vor. Hilfsprojekte in Gambia sollen unterstützt werden.

Lutzhorn | Alle Blicke richten sich auf die Einfahrt von Svea Gustafsen in Lutzhorn, als Fred Freyermuth mit seinem Wagen auf den Hof rollt. Barmstedts Stadtwerke-Chef sitzt am Steuer eines grauen Ford Transit – ein Transporter, der viel Platz bietet. Der Wagen stand lange Zeit in den Diensten der Stadtwerke. Nun soll er Gustafsen und ihre Teampartnerin Birgit Bartsch aus Tornesch nach Afrika bringen. Im März kommenden Jahres wollen die beiden an der Charity-Rallye Dresden-Dakar-Banjul teilnehmen (wir berichteten). Jetzt haben die beiden ihr Team und ihre Sponsoren präsentiert, die sie bei der Aufgabe unterstützen werden. Außerdem haben sie erstmals das Fahrzeug gezeigt, mit denen die beiden die 7000 Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen werden.

Die beiden Frauen haben ihren Transporter, der von den Stadtwerken Barmstedt gesponsert wird, liebevoll „Silberpfeil“ genannt. Der 15 Jahre alte Ford soll am Zielort in Gambia versteigert werden. Der Erlös kommt verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie Schulen, Krankenhäusern und anderen Hilfsprojekten zugute. „Die Hilfe soll vor Ort organisiert werden“, sagt Gustafsen. „Und wir werden direkt dort hingehen, wo das Geld bleiben wird“, ergänzt Bartsch. Ihr Team trägt den Namen „Der echte Norden“, denn auch das Land Schleswig-Holstein haben sie bei ihrem Abenteuer mit ins Boot geholt.

Die regionale Wirtschaft in Afrika erstarken lassen – das sei auch einer der Gründe, warum sich die Meierei Horst und die Öko Melkburen an dem Projekt beteiligen, sagt Landwirt Achim Bock aus Lutzhorn. So gehe der Export von Milchpulver aus Europa beispielsweise zu Lasten der afrikanischen Landwirte. Die Meierei stelle 500 Euro an Spenden bereit, die Öko Melkburen zusätzlich 250 Euro. Damit sollen Kleinbauern in Gambia unterstützt werden. Später könne man sich auch einen Wissensaustausch mit den örtlichen Landwirten vorstellen. Regionale Produkte sollen so unterstützt werden.

Bis zu 50 Fahrzeuge nehmen laut Freyermuth an der Rallye teil, die zweimal im Jahr ausgetragen wird. Die Autos würden vor Ort für schätzungsweise 70 bis 80.000 Euro versteigert werden. Bei zwei Rallyes würden allein so pro Jahr etwa 150.000 Euro für Hilfsprojekte zusammen kommen. Der Stadtwerke-Chef kennt sich mit den Gegebenheiten vor Ort und der Fahrt nach Gambia bestens aus. Er nahm bereits 2010 und in diesem Jahr an der Rallye teil. Er sowie viele andere seien von dem Ansatz des Hilfsprojekts überzeugt: „Es erreicht die richtigen Leute.“ Mit dem Geld werde beispielsweise eine Ausbildungswerkstatt für Lkw-Mechaniker unterstützt, so Freyermuth.

Extreme Temperaturunterschiede

Gustafsen und Bartsch müssten sich auf ihrer Reise vor allem auf extreme Temperaturunterschiede einstellen, so der Stadtwerke-Chef. „In Spanien können die Temperaturen im März unter dem Gefrierpunkt liegen. Keine zehn Tage später sind es dann 50 Grad im Auto, während man durch den Senegal fährt.“ Zudem seien die Tagesetappen von der Kilometerzahl zwar überschaubar, aber gerade in Afrika könne man für 300 Kilometer auch zwischen acht und zehn Stunden benötigen. „Ich war ziemlich platt“, sagt Freyermuth lächelnd.

Aufgrund der kühlen Temperaturen planen die beiden Frauen, vor allem auf den Europa-Etappen in Hotels zu übernachten. Dafür werde noch ein Sponsor gesucht, genauso wie für das Benzingeld. Spätestens ab Mauretanien werde dann aber gecampt. Der große „Silberpfeil“ eigne sich gut dafür. Um die Technik des Ford müsse man sich keine Sorgen machen, so Gustafsen weiter. „Der ist werkstatt- und scheckheftgepflegt.“ Und Freyermuth ergänzt: „Es fahren regelmäßig Leute mit, die aus der Kfz-Branche sind.“ Für schnelle Hilfe unterwegs sei daher gesorgt.

Hinter Svea Gustafsen und Birgit Bartsch steht ein größeres Team, das sich im Hintergrund um die Organisation kümmert. Dazu zählen Silvia Diercksen-Hushahn (Sponsoring), Britta Gustafsen (Internetauftritt), Patricia Bartsch (Social Media) und Heiderose Kay (Fotografie). Auf ihrer Internetseite informiert das Team über die Rallye und die Hilfsprojekte. Wer spenden möchte, kann an das Spendenkonto von Birgit Bartsch, IBAN: DE03 2305 10330 0510 7164 83, BIC: NOLADE21SHO unter dem Verwendungszweck „Der echte Norden“ überweisen. www.rallyeteam-der-echte-norden.de
zur Startseite

von
erstellt am 16.Sep.2016 | 16:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen