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Barmstedter Zeitung

04. Dezember 2016 | 00:59 Uhr

Engagement : Milch-Projekt: Hilfe für Gambia

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Rallyeteam „Der echte Norden“, Meierei Horst und Öko Melkburen wollen gambische Landwirte unterstützen.

Lutzhorn | „Da kann man nicht tatenlos zusehen“, sagt Svea Gustafsen. Die Lutzhornerin spricht über die Flüchtlingsdramen, die sich seit Jahren tagtäglich auf dem Mittelmeer abspielen. Mit ihrer Partnerin Birgit Bartsch aus Tornesch wird die Lutzhornerin im März 2017 an einer Charity-Rallye nach Gambia teilnehmen. In diesem Zusammenhang wollen die beiden unbedingt noch mehr tun, um ein Zeichen zu setzen. Sie wollen zeigen, dass es möglich ist, an diesem Drama etwas zu ändern. „Die Fluchtursachen müssen dringend bekämpft werden“, so Gustafsen. Und dazu gehöre vor allem, dass den Menschen in ihrer Heimat, die sie wegen extremer Armut verlassen, für sich und ihre Familien Existenzmöglichkeiten geschaffen werden. Deshalb haben sich Engagierte aus der Region Barmstedt zusammengetan, um ein weiteres Hilfsprojekt auf die Beine zu stellen.

Um nach der Rallye in Gambia weiter Hilfe zu leisten, suchte Gustafsen in diesem Sommer nach einem nachhaltigen, unternehmerischen Hilfsprojekt und stieß dabei auf die Stiftung Sabab Lou, die in dem afrikanischen Land aktiv ist. Im Rahmen des „Baddibu“-Projekts der Stiftung hat diese Organisation im vergangenen Jahr mit der Förderung von kleinen Geschäftsvorhaben begonnen, die helfen sollen, den Menschen vor Ort mit gezielter Hilfe zur Selbsthilfe Perspektiven zu schaffen. So soll die Abwanderungsrate spürbar gesenkt werden. Dazu gehört unter anderem, die gambischen Bauern in der Milchwirtschaft mit Fachwissen aus Deutschland so zu unterstützen, dass die Milcherträge steigen. Dazu gehört beispielsweise die Kreuzung von afrikanischen Zebu-Rindern mit europäischem Milchvieh.

Dieses Milchprojekt von Sabab Lou war genau das, wonach Svea Gustafsen gesucht hatte. Seit einigen Wochen ist sie nun mit ihrer Partnerin aus Tornesch dabei, in der Region Barmstedt/Elmshorn Menschen für die Initiative zu begeistern und auch Spenden dafür zu sammeln. Dabei stieß sie unter anderem auf die Meierei Horst, die sich selbst der traditionellen Milchverarbeitung verpflichtet und das Baddibu-Projekt in Gambia sowohl finanziell als auch logistisch nach Kräften unterstützen möchte.

Als Team „Der echte Norden“ werden Svea Gustafsen aus Lutzhorn und Birgit Bartsch aus Tornesch im Rahmen der Charity-Rallye Dresden-Dakar-Banjul etwa 7000 Kilometer bis nach Gambia  fahren. In der gambischen Hauptstadt sollen die Rallye-Fahrzeuge für einen guten Zweck versteigert werden. Der Wagen wird von Stadtwerken Barmstedt zur Verfügung gestellt.

Der Kontakt zu dem Unternehmen war schnell hergestellt. Kein Wunder, denn der Lutzhorner Milchbauer Achim Bock, Vorstandsmitglied der Meierei Horst und Mitglied der Öko Melkburen, wohnt in Nachbarschaft zu Svea Gustafsen. „Da musste ich nur kurz mal rüber gehen und anklopfen“, erklärt sie. „Da machen wir gerne mit“, erklärt Bock, der auch unterstreicht, dass die Meierei Horst „Gemeinwohl zertifiziert“ sei. Ein Aspekt, der sich nicht nur auf die Region beschränkt, wie Bock betont.

An dem Projekt der Stiftung beteilige man sich daher mit 500 Euro, die von der Meierei Horst stammen, sowie weiteren 250 Euro von den Öko-Melkburen. „Wir wollen aber auch längerfristig Kontakt halten und somit die Sache nachhaltig unterstützen“, betont Bock. Friedrich Keller-Bauer von der Stiftung Sabab Lou freut sich über die starke Unterstützung. „Wir gehen mit unseren Hilfen direkt in die Dörfer vor Ort und vermeiden so Verluste von Spendengeldern“, sagt er.

Die gezielt Hilfe habe bei den Bauern in Gambia schon viel bewirkt. Es sei zwar im Hinblick auf die Gesamtheit der Bevölkerung kaum registrierbar, aber vor Ort, in dem einzelnen Dorf sei die Abwanderung der Menschen – vor allem im Alter zwischen 15 und 25 Jahren - spürbar zurückgegangen. „Der Rückgang liegt bei 70 bis 80 Prozent“, so Keller-Bauer.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 14:00 Uhr

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