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Barmstedter Zeitung

25. Mai 2016 | 03:19 Uhr

„Liberty“ ist zu stabil für die Säge

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Gutachter: 100 Jahre alte Rotbuche steht sicher

Große Freude in der Vosslocher „Burg“: Valentino Burgmann, Besitzer der bekannten historischen Villa kurz vor dem östlichen Ortsausgang von Bokholt-Hanredder, berichtet, dass die gefährdete Rotbuche stehen bleiben könne.

Zur Erinnerung: Aufgrund der Fällung zweier jeweils rund 100 Jahre alter Rotbuchen am und auf dem Grundstück der Villa war der Fortbestand einer weiteren Buche des ehemaligen Baum-Ensembles in Frage gestellt worden (wir berichteten). Laut eines neun Jahre alten Gutachtens hieß es, dass die Standfestigkeit der noch stehenden Buche – von Burgmann mit dem Namen „Liberty“ versehen – nicht mehr gewährleistet sei, wenn die benachbarten Bäume fehlen würden. Dieser Fall war nun eingetreten, und die Ordnungsbehörde des Amts Rantzau forderte Burgmann auf, den Baum umgehend aus Sicherheitsgründen zu fällen. Der Durchgang „Haases Park“ wurde wegen Verkehrsgefährdung bereits vor mehreren Monaten seitens des Amts gesperrt. Doch Burgmann weigerte sich und wollte die neue Sachlage erst einmal neu überprüfen und ein weiteres Gutachten erstellen lassen.


Widerspruch wegen „Rechtswillkür“


Der Fristsetzung zur Fällung der Buche „Liberty“ widersprach er mittels Anwalt wegen „Rechtswillkür“. Eine neue Fristsetzung erfolgte. „Bis zum 5. März sollte ich nun das neue Gutachten vorlegen. Allerdings fand die Untersuchung des Baumes erst am 5. März statt“, so Burgmann. Im Amt Rantzau zeigte man dafür jedoch Verständnis und gewährte einen weiteren Aufschub bis zum 11. März. Und das kann für Burgmanns „Liberty“ jetzt die Wende bedeuten, denn das Untersuchungsresultat scheint vielversprechend auszufallen.

Der Hamburger Diplom-Biologe Volker Gantke rückte der Buche „Liberty“ mit hochmodernem Messgerät an die Rinde und unterzog die 100-jährige Baumdame mehrerer tomografischer Untersuchungen. Das Ergebnis ist selbst für den erfahrenen Naturkenner verblüffend. „Der Baum ist in einer wesentlich besseren Verfassung, als ich es vorher annahm“, so Gantke gegenüber unserer Zeitung. Eine äußerlich sichtbare Fäulnis sei nicht von größerer Bedeutung, und insgesamt verfüge der Baum über eine sehr stabile Konstitution, betont der Biologe. Eine Gefährdung der Standsicherheit könne er aufgrund seiner Messungen eindeutig ausschließen. Das gelte auch im Hinblick auf die mehrfach angesprochene Verwurzelung mit den inzwischen gefällten Nachbarbäumen. „Selbst wenn die Stümpfe samt Wurzelwerk der gefällten Bäume nicht mehr bestünden, hätte die verbliebene Buche einen absolut sicheren Halt“, so Gantke. Der Baum könne, wenn er entsprechend gepflegt werde, nicht nur ein paar Jahre weiter stehen bleiben. Es könnten sogar Jahrzehnte sein. Eine Aussage, die Valentino Burgmann natürlich überaus freut, auch wenn sie noch nicht offiziell als Gutachten existiert.


Kunstausstellung in der „Burg“


Der „Burg“-Besitzer und Naturfreund nimmt die Geschichte seiner Buche „Liberty“ übrigens zum Anlass, noch im Frühjahr eine themenbezogene Kunstausstellung in der „Burg“ zu organisieren. Die Künstler Ute Adelt und Stefan Cords haben ihre Teilnahme bereits zugesichert.


„Liberty“ stößt im Ausland auf Interesse


Doch damit nicht genug: Die Buche „Liberty“ stößt sogar im Ausland auf Interesse: Die chilenische Musikerin Antonella Solari ist dabei , ein Lied für „Liberty“ zu komponieren. Sie übernimmt mit dem Fotografen José Luis (Lebenspartner der Schauspielerin Christine Neubauer) eine Patenschaft für die Rotbuche.

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erstellt am 08.Mär.2014 | 17:17 Uhr

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