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Barmstedter Zeitung

29. Juli 2016 | 07:52 Uhr

Sparrieshoop : Leistungsschau der Spitzenvererber

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Besucher aus dem ganzen Land bei der Präsentation der Hengststation Maas J. Hell in Klein Offenseth-Sparieshoop.

Sparrieshoop | Die Wiesen stehen voller parkender Autos, die Freiwillige Feuerwehr ist mit Leuten und Fahrzeugen als Ordnungsdienst präsent. Zum Eingang geht es am Stall entlang nach hinten auf den Hof, dort steht ein großes Zelt neben der Reithalle. Über Lautsprecher wird nach draußen übertragen, wie drinnen junge Pferde angepriesen werden; ins Zelt wird das Ganze auch noch per Video übermittelt. Die Tische sind voll, der Zugang auf die Tribüne ist kaum möglich, alle Plätze sind belegt, gleich vornean stauen sich die Zuschauer. Sie wollen Pferde sehen und Bekannte treffen: Hier, auf der Hengststation Maas J. Hell in Klein Offenseth, sind viele Pferdezüchter unterwegs.

„Man kennt viele Leute“, stellt auch Lisa Wiese fest. Sie ist aus Dithmarschen gekommen: „die schönen Tiere angucken“. Sie hat selbst Pferde gezüchtet, vor zwei Jahren war damit aus Altersgründen Schluss. Jetzt nutzt sie die Hengstvorführung, um „mal einen Ausflug zu machen mit den Enkelkindern“.

Die Hengstvorführung ist eine Veranstaltung für Insider. Da loben die Moderatoren „ein sehr, sehr gutes Vorderbein“ eines Pferdes, attestieren: „Der ist alles gegangen“ oder: „Der lässt sich gut arbeiten“. Mit: „Wollt ihr einen kleinen Oxer machen?“, fordert er eine Reiterin zum Springen auf, ein Tier lobt er als „modernes, blutgeprägtes Pferd“. An einem anderen hebt er hervor, dass es aus den „Stamm 776“ kommt. Unangenehm bleibt die laute, seelenlose Popmusik, die immer wieder zwischen die Wortbeiträge und manchmal auch darunter gefegt wird.

„Blut“ und „Linie“ sind ganz wichtige Begriffe hier. Denn im Kern geht es darum, Hengste und ihre Nachkommen zu präsentieren, um deren Sperma zu verkaufen. Der Stall in Klein Offenseth ist nach dem Holsteiner Verband in Elmshorn und Neumünster die dritte Station an einem Wochenende, wo sich Stutenbesitzer umgucken und einen Hengst zur Befruchtung ihres Pferdes aussuchen.

Das sind die Kriterien

„Was passt zu den Stuten“, danach guckt auch Karsten Henningsen aus Rantrum in Nordfriesland. Er züchtet mit vier weiblichen Pferden und zählt die Kriterien auf, nach denen er deren Beschäler für sie aussucht: „Größe, Grundgangarten, Springvermögen, Oberlinie, Ausdruck, schönes Auge.“ Und natürlich: „Was das kostet.“ Für eine Portion Hengstsperma muss er zwischen 900 und 1500 Euro ausgeben.

Wenn eine Stute ihr Fohlen erfolgreich austrägt, filmt Henningsen die Geburt und stellt den Film auf seine Homepage, über die er die Tiere anbietet. Er erzählt vom vergangenen Jahr: Da verkaufte er ein Fohlen im Alter von drei Wochen. Der neue Besitzer bekam alle vier Wochen ein Video seines Tieres, nach einem halben Jahr holte er es dann ab. „Und dann findet man die irgendwo in Europa wieder“, sagt Henningsen. Denn das ist das Ziel vieler Züchter und Reiter: Springsport auf internationalem Niveau. Um dafür das richtige Pferd zu bekommen, geben Sportler – und auch Freizeitreiter – schon für so junge Pferde ab 4000 Euro aus, berichtet Henningsen.

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erstellt am 10.Feb.2016 | 14:00 Uhr

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