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Barmstedter Zeitung

11. Dezember 2016 | 05:21 Uhr

Kunstrasenplatz für 500 000 Euro?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Neubau Sportausschuss diskutiert Finanzierungsmöglichkeiten für Projekt des SSV Rantzau / Politik vertagt das Thema

Der SSV-Rantzau möchte auf einem Fußballfeld an der Düsterlohe einen Kunstrasen verlegen, der insgesamt 500  000 Euro kostet. Der entsprechende Tagesordnungspunkt über den Neubau an der Düsterlohe wurde während der Ausschusssitzung für Kultur, Schule und Sport am Montag in der Kommunalen Halle ausgiebig diskutiert – und schließlich vertagt. Ausschussvorsitzender Hans-Christian Hansen verließ während dieses Punktes den Raum, weil er als SSV-Vorsitzender befangen ist. Seinen Part übernahm Christian Schönfelder (FWB), der den Finanzierungsplan des SSV erläuterte. Wenn die Stadt 20 Prozent der Baukosten (100    000 Euro) übernimmt und der SSV ebenfalls, würde der Kreis einen Zuschuss von 20 Prozent übernehmen.


Spürbar günstigere Unterhaltungskosten


Der Landessportverband würde einen Festzuschuss von 50  000 Euro geben. Die Finanzierungslücke von 150  000 Euro möchte der SSV als Förderung von der Stadt schließen. Damit müsste die Stadt einen Zuschuss von 150  000 Euro bewilligen. SSV-Mitglied Günter Thiel zeigte von der Zuhörerbank die Vorteile des Kunstrasens auf. „Die jährliche Unterhaltung eines herkömmlichen Rasenplatzes kostet inklusive Personalkosten 25  000 Euro, wobei viele Arbeiten ehrenamtlich geleistet werden.“ Die Unterhaltung eines Kunstrasens würde mit 10  000 Euro jährlich zu Buche schlagen. „Wir hätten also einen jährlich geringeren Aufwand von 15  000 Euro.“ Außerdem sei der Kunstrasenplatz über das Jahr bespielbar, während der jetzige Rasen mehrere längere Ruhepausen benötigte, um sich zu regenerieren.

„Der SSV guckt auch nach vorne“, sagte er und erwähnte eventuelle neue Baugebiete an der Düsterlohe. „Wir sind ein Verein mit Zulauf und werden dann noch mehr Mitglieder erhalten“, so Thiel.

„Wartelisten sind bei uns nicht erwünscht, und wir wollen das jetzige Niveau halten“, betonte Thiel. Der SSV habe übrigens seit längerer Zeit den Wunsch nach einem zusätzlichen Fußballfeld. Ernst-Reimer Saß (CDU) gab zu bedenken, dass bei 4,6 Millionen Euro Schulden im laufenden Haushaltsjahr die Stadt keine 150  000 Euro Ausgaben schultern könne. „Das schaffen wir nicht und werden es von der Kommunalaufsicht gegengerechnet bekommen.“ Bürgermeisterin Heike Döpke berichtete von einem Gespräch mit der Kommunalaufsicht. „Fakt ist, dass wir bei unserer angespannten Haushaltslage 250  000 Euro zuzahlen sollen.“ Die Kommunalaufsicht habe ihr mitgeteilt, dass eine Kreditaufnahme für diesen Zweck nicht zu erwarten sei. Herbert Flick (BALL) fand den Antrag des SSV berechtigt. „Sportvereine sind wichtig für die Jugendarbeit und im sozialen Bereich“, sagte er. Die Ursache der Finanznot der Stadt sei jedoch nicht vor Ort zu suchen. Der Bund würde immer mehr Aufgaben an die Kommunen verteilen, ohne sich finanzielle daran zu beteiligen.


Ein Kompromiss ist vielleicht möglich


„Die Kommunalpolitik muss positive Organisationen in der Stadt unterstützen“, so Flick weiter. Die Freien Wähler hätten mit dem Betrag Probleme, ließ Schönfelder verlauten. „Wir mussten bereits Investitionsaufgaben streichen“, sagte er und machte den Vorschlag, sich noch einmal mit dem SSV zusammenzusetzen. Patrick Laas (SPD) sagte, dass Stadt und Sportverein sich die 150  000 Euro aufteilen könnten und die Stadt den Zuschuss auf mehrere Jahre verteilen sollte. Thiel signalisierte Zustimmung für einen Kompromiss. Der Ausschuss vertagte diesen Punkt.


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erstellt am 20.Sep.2016 | 13:19 Uhr

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