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Barmstedter Zeitung

26. März 2017 | 09:31 Uhr

Projekt-Idee in Sparrieshoop : Konzept für eine bessere Jugendarbeit

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die heutige Jugend sei ausgesprochen heterogen und allein schon aus diesem Grund schwer greifbar.

Sparrieshoop | Was will „die Jugend“? Und wer ist eigentlich „die Jugend“? In vielen Gemeinden versucht die Politik, den Nachwuchs ins Dorfleben einzubeziehen - oft mit wenig Erfolg. Die heutige Jugend ist ausgesprochen heterogen und allein schon aus diesem Grund schwer greifbar.

Auch in Sparrieshoop sollen Kinder und Jugendliche langfristig „verstärkt am politischen Leben teilnehmen“, wie es Peter Boll formuliert. Genau wie Aike Müller, Vorsitzender des Ausschusses für Familie und Kinder, gehört er einer Arbeitsgruppe an, die sich die Ausarbeitung eines Jugendkonzeptes auf die Fahnen geschrieben hat. Dieses Konzept hat zumindest in Teilen bereits den Praxistest bestanden und soll in den kommenden Monaten weiter vorangetrieben werden.

Seit 2015 arbeitet man in Sparrieshoop an dem Jugendprojekt. Los ging es mit einem umfangreichen Fragebogen, der an den elf- bis 16-jährigen Nachwuchs des Ortes verschickt wurde. „70 Prozent wünschten sich zwanglose Treffen“, fasst Boll die Ergebnisse zusammen. Doch dann fangen auch schon die Unterschiede an. „Die jüngeren würden gern backen, die älteren am liebsten feiern.“ Und auch eine für alle gültige „Lieblingszeit“ für die Treffen gibt es nicht. Immerhin eine Schnittstelle konnten die Initiatoren der Umfrage ausmachen: Allen Kids fehlte ein Treffpunkt.

Den gibt es inzwischen. Sogar doppelt. Manchmal treffen sich die Jugendlichen in einem Raum der Feuerwache, manchmal im Gemeindezentrum Diekendeel. Auch die genaue Uhrzeit ist variabel. Nur der Wochentag steht fest: Immer donnerstags kommt der aktuell zehnköpfige Kreis zusammen. Elf bis 15 Jahre sind die Teilnehmer alt.

Geht es nach den Mitgliedern des Arbeitskreises, soll es bald eine feste Bleibe geben. „Ein Raum nur für die Jugendlichen wäre schön“, sagt Müller. Allein schon, „damit sie ihn sich selbst einrichten können“. Doch noch sei kein passender Raum gefunden worden.

Leitung des Jugendtreffs

Weiter ist man hingegen schon bei der Frage der Leitung des Jugendtreffs. Wobei der Zufall eine große Rolle spielte. Lange suchte man vergeblich nach einer „Leitperson“, wie die Stelle im „Projekt Jugendhaus“ heißt. Doch dann stellte sich den Machern Clarissa Buttmann aus Klein Offenseth vor. „Sie hat ganz schnell unsere Herzen gewonnen“, fasst Boll die Eindrücke zusammen. Seither koordiniert und lenkt Buttmann den Jugendtreff, nicht zuletzt mit Hilfe sozialer Medien.

Auch der Kreisjugendring wurde mit ins sprichwörtliche Boot geholt und steht der rein ehrenamtlich arbeitenden Buttmann seither organisatorisch und inhaltlich zur Seite. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen nicht allein gelassen werden“, ist Müller überzeugt. Dem Nachwuchs einfach einen Raum zu überlassen, dieses Konzept sei in Sparrieshoop schon zweimal gescheitert. „Ein drittes Mal darf es nicht geben“, betont Boll. Schließlich sollen die Jugendlichen ganz bewusst auf diesem Weg in das politische Gemeindeleben eingebunden werden. Wobei es nicht um weltbewegende Fragen geht, sondern um jene, die der Jugend im Ort am Herzen liegen. Beispielsweise die Spielplatzgestaltung oder die Dorffestplanung.

Die örtliche Politik begleite das Jugendkonzept positiv, wie Müller und Boll versichern. Für 2018 stellen sie sich vor, dass es für diese Form der Jugendarbeit ein eigenes Budget geben könnte. „Wir müssen investieren“, sagt Boll. Doch vorerst geht es darum, dass die Jugendgruppe zusammen bleibt. Dafür sind regelmäßige Aktivitäten wichtig. Als nächstes soll es im März zum Bowlen nach Elmshorn gehen. Alles weitere dürfen die Jugendlichen selbst entscheiden. Und selbst gestalten. So alleinveranwortlich wie nur möglich. Schließlich weiß die Jugend selbst am besten was sie will.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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