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Barmstedter Zeitung

06. Dezember 2016 | 09:16 Uhr

Gotteshaus in Barmstedt : Kirche steht ohne Bänke da

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Sanierungs-Arbeiten in der Heiligen-Geist-Kirche gehen voran. Zurzeit werden die Bänke repariert.

Barmstedt | Die Sanierung und die 300-Jahr-Feier der Barmstedter Heiligen-Geist-Kirche waren vor Kurzem die Hauptthemen während der Kirchengemeinderatsitzung. Beim nunmehr dritten Bauabschnitt, der im Mai 2016 begann, wird das Kirchenschiff instandgesetzt. Das Innere der Kirche bietet zurzeit einen ungewöhnlichen Anblick: Das Schiff ist leer, alle Bänke sind nach Kellinghusen verfrachtet worden, um dort repariert zu werden und einen neuen Farbanstrich zu erhalten.

Lothar Dietrich (Kirchenvorstand) berichtete über die   aktuellen Arbeiten. „Die Holzstreben an der Südwand zum Kirchenbüro hin wurden abgerissen, weil die Wand feucht ist“, sagte er. Die Feuchtigkeit sei vom Fundament hochgekrochen. Fachleute hätten sogar in die Fundamente gewachsene Pflanzen entdeckt, die von dort ihr Wasser bezogen.

Ein Fachmann ist der Bauingenieur Dieter Wenskat, der als Koordinator zwischen dem Architekten und der Kirchengemeinde agiert. „Die Nässe in der Wand soll jetzt ausdünsten, dann wird das Fundament mit einer Emulsion aus verschiedenen unverrottbaren Materialien, die nicht diffundieren, geschützt“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Zusätzlich werde im Außenbereich eine Drainage zur Regenentwässerung verlegt. „Die Vorgänger dachten, Wasser laufe von der Kirche automatisch ab, weil sie auf einem Hügel steht“, berichtete er. Feuchtigkeit entstehe auch im Innenraum der Kirche, sagte Wenskat – aber mit einer neuen Heizung entstehe ein gutes Raumklima, das auch der Orgel zugute komme. „Es werden Messregler eingebaut, die dafür sorgen, dass bei zu großer Feuchtigkeit die Heizung automatisch hochgedreht wird und umgekehrt.“

Im Kirchenvorstand entstand eine Diskussion, wie das frei gelegte romanische Mauerwerk von der zuvor existierenden Kirche an der Innenseite der Westwand aus dem 12. Jahrhundert dargestellt werden könne. Verspachteln sei günstiger, gab jemand zu bedenken, der Vorschlag kam, eine kleinere freigelegte Fläche mit den Feldsteinen durch eine Glasscheibe zu zeigen. „Es wäre Sünde, diesen historischen Schatz nicht gänzlich zu präsentieren“, bemerkte ein Zuhörer. Schließlich erging der Beschluss, die Westwand baugeschichtlich mit einem Gutachten untersuchen zu lassen. Von den Kosten von 7500 Euro übernimmt die Kirche 5000 Euro.

Die Kosten der Sanierung beschäftigten die Teilnehmer ebenfalls. Inklusive Planungskosten und Unvorhergesehenem wurde der Betrag von etwa 610  000 Euro ausgerechnet. 265  000 Euro entfallen auf die Kirchengemeinde und werden aus dem Kirchenanbau und Sanierungsrücklagen finanziert. Die Sandsteinportale an den beiden Seitentüren sowie der Rücktür des Gebäudes sind ebenfalls renovierungsbedürftig. Die Renovierung, die bis zu 30  000 Euro kosten soll, sei notwendig, beschloss der Gemeinderat. Doch es gibt Zuschüsse: Das Landeskirchenamt stellt 9500 Euro, das Landesamt für Denkmalpflege 6000 Euro bereit. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat, den Eigenanteil von 13  000 Euro zu tragen. „Wir finden es wichtig, dass diese alten Portale nach der Sanierung möglichst dem Urzustand gleichen“, sagte Dietrich.

 Der Festausschuss für die 300-Jahr-Feier im Jahr 2018 um Claus-Peter Jessen und Michael Gallas initiierten eine Diskussionsrunde, indem die Mitglieder einen Kostenvoranschlag im fünfstelligen Bereich vorlegten. „Wir möchten, dass sich alle Gedanken machen, wie wir das Ereignis feiern wollen“, so Gallas. Sollen die Stadt, Vereine und Verbände mit einbezogen oder mehr kirchenintern gefeiert werden? Über das Jahr verteilt, oder konzentriert? Mit auswärtigen oder hiesigen Künstlern? „Wir haben in Barmstedt und Umgebung genug eigene tolle Musiker“, kam eine Bemerkung aus dem Zuhörerraum. Eine andere: „Ein Festessen in der Kirche wäre schön.“ „Wir sind mitten in der Ideensammlung. Auf jeden Fall planen wir Veranstaltungen über Pfingsten“, kündigte Gallas an.

 

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